Gunnar Schuster: Alleinerziehender Vater und Unternehmer [018]

Gunnar Schuster

Das Buch zum Podcast

Was ist das Unerwartete das ein Kind mit sich bringt?

  • Wollen Sie wissen, was andere Eltern im Alltag mit Kindern erleben?
  • Wollen Sie wissen, was die grössten Herausforderungen für Eltern sind?
  • Wollen Sie konkrete Hinweise direkt von den Eltern?

Was auch ein riesengroßes Problem ist in den meisten Beziehungen, nach den meisten Trennungen, dass die Paare gar nicht mehr miteinander reden, oder dass Väter halt ihre Kinder zu selten sehen und dass immer irgendwelche Streitigkeiten dann über das Kind ausgetragen werden, und dann frage ich mich immer, warum immer diese Machtspielchen.

 

Gunnar erzählt im Interview:

  • Kinder sind neun und knapp zwei Jahre alt.
  • Wenn Du ein Paar ohne Kinder bist, dann gehst du abends weg, mit Kindern ist es relativ schwierig, ausser man holt sich einen Babysitter.
  • Es ist ein Spagat, den ich täglich habe, dass Kinder komplett anders denken. Die Welt einfach anders wahrnehmen.
  • Vormittags arbeite ich und dann ist sozusagen bis abends Bespaßung, in Anführungszeichen, und abends bin ich dann super fertig.
  • Unsere Gesellschaft ist überhaupt nicht für alleinerziehende Väter ausgelegt.
  • Jedes Kind durchläuft verschiedene Stadien, und auf die sollte man sich als Eltern vorbereiten, oder wenigstens mal ein bisschen darüber Bescheid wissen.
  • Für mich ist es wichtig, dass meinen Kindern, auch wenn die Situation so ist, wie sie ist, trotzdem starke Kinder werden.
  • Also am Anfang hatte ich sehr viel Angst, was das jetzt wird, und ob ich da jetzt umfalle oder umkippe, weil ich dann Blut sehe, und letztlich war es eine der besten Erfahrungen meines Lebens.

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Shownotes:

Gunnar ist Unternehmer, Vater, Philanthrop und ein unverbesserlicher Optimist der dir leidenschaftlich dabei hilft, die beste Person zu werden, die du sein kannst. Gunnar führte in seinem Nr.1 Podcast bei iTunes über 100 Interviews mit erfolgreichen Menschen.

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Ich lese lieber:

Transkript:

PETER: Hier ist der Eltern-Podcast. Schön, dass du wieder dabei bist. Mein heutiger Interviewgast ist Gunnar. Hallo Gunnar. #00:00:08-3#

GUNNAR: Hallo, wie geht es dir? #00:00:09-7#

PETER: Mir geht es gut, und es ist zwar sehr früh heute, ich muss mich noch daran gewöhnen, dass wir um 7:30 Uhr hier ein Interview starten, aber das ist so, wenn man Kinder hat. #00:00:22-8#

GUNNAR: Ja, so sieht es aus. #00:00:23-0#

PETER: Genau. Erzähle uns doch erstmal wer du bist, was du machst, und wie viele Kinder du hast. #00:00:28-8#

GUNNAR: Okay, also mein Name ist Gunnar Schuster, also ich lebe in Berlin und bin alleinerziehender Vater von zwei Kindern und bin selbständig im Bereich Online-Marketing, also ich helfe anderen dabei, ihr Online-Business zu erstellen, bzw. ein Sales Funnel aufzubauen, das ist einfach ein, ja, Verkaufsweg im Internet, wie man halt Produkte vom Interessenten zum Kunden, ja, vermarktet. #00:00:54-7#

PETER: Spannend. Was hat sich durch deine Kinder in deinem Leben verändert, also in der Partnerschaft, im Arbeitsleben? #00:01:05-9#

GUNNAR: Im Arbeitsleben ist, ich bin produktiver geworden, also ich teile mir meine Zeit ganz anders ein. Früher konnte ich halt so lange arbeiten wie ich wollte, heute geht das gar nicht mehr. Also ich stehe meistens früher auf oder bleibe länger auf, also verbringe viel Zeit mit meinen Kindern. Letztlich Organisation ist das Stichwort schlechthin glaube ich, was ich dadurch gelernt habe. #00:01:28-0#

PETER: Okay, also dich besser zu strukturieren und fokussieren. #00:01:31-9#

GUNNAR: Ja, das auf jeden Fall. Ja, und Dinge in kürzerer Zeit fertig zu stellen. Also wo ich früher vielleicht, sagen wir mal, sechs Stunden gebraucht habe, brauche ich jetzt zwei, einfach da ich die Prozesse angegangen bin, habe überlegt, wie ich das ändern kann, weil es einfach nicht geht mit Kindern, oder meine Kinder wollen Aufmerksamkeit.

Also die sind neun und knapp zwei Jahre alt. Und das ist natürlich, jeder hat dann andere Bedürfnisse und die wollen dann auch natürlich ihren Vater haben, und das ist auch ihr gutes Recht, und das will ich natürlich auch. Ich will auch Zeit mit denen verbringen. #00:02:04-7#

PETER: Genau. Und das ist glaube ich auch der Job der Kinder, sich die Aufmerksamkeit zu holen bei den Eltern. #00:02:10-6#

GUNNAR: Ja, das machen sie auf jeden Fall. #00:02:12-7#

PETER: Genau, wir müssen es als Eltern eben lernen eben da zu unterscheiden. Oft versucht man so nebenher zu arbeiten, aber das geht letztendlich nicht. Was hat sich in deiner Partnerschaft verändert durch die Kinder? Du hast gesagt, du bist alleinerziehender Vater, das heißt, da hat sich einiges verändert. #00:02:28-9#

GUNNAR: Ja, das war, ja, die Frage ist ja, ob das jetzt auf Grund meiner Kinder war oder auf Grund meiner Person. Das ist die eine Seite. Was sich verändert hat durch die Kinder: Viele Dinge konnten wir einfach nicht mehr machen. Das ist der eine Punkt. Wir haben andere Dinge dafür gemacht, die auch sehr cool sind, und, ja, es wurde auch wieder, es war, ja, komplett anders irgendwie.

Also es war auf der einen Seite natürlich, wenn du ein Paar ohne Kinder bist, dann machst du halt gewisse Dinge, wie beispielsweise abends weggehen. Das kannst du mit Kindern halt relativ schwierig, außer du findest jetzt jemanden, der darauf aufpasst auf die Kinder. Und ansonsten, ja, was hat sich großartig verändert?

Wir haben unser Leben neu strukturiert, was ich auch schon im Beruflichen gemacht habe. Wir haben auch viele Sachen intensiver wahrgenommen, einfach durch die Zeit, die wir dann verbracht haben. Das sind so Punkte, ja. #00:03:32-5#

PETER: Du hast gesagt, ihr habt euer Leben strukturiert. Also was habt ihr anders gemacht wie vorher? #00:03:39-8#

GUNNAR: Erstens haben wir überlegt, natürlich, also wir haben und hier nicht direkt hingesetzt. Es hat sich einfach so entwickelt, ja. Der Fokus ist ganz einfach erstmals aufs Kind gerichtet, dass es dem Kind gutgeht und in zweiter Linie war bei uns so, dass die Beziehung, und, ja. #00:03:57-4#

PETER: Genau, wie habt ihr das gemacht im Alltag? Diesen Switch zwischen eben Eltern und Kind und Paar? Habt ihr da irgendwie, habt ihr das bewusst gemacht oder ist es einfach so passiert? Oder wie lief das bei euch? #00:04:12-5#

GUNNAR: Kannst du bitte wiederholen die Frage? #00:04:15-0#

PETER: Ja, also es ist ja so, wenn man Eltern ist, dann beschäftigt man sich mit dem Haus, mit den Kindern usw., und dann ist irgendwann mal, sind die Kinder im Bett zum Beispiel oder irgendwie versorgt oder spielen draußen, und dann gibt es wie so eine Switch von diesem Familienpart zum Beziehungspart, oder? #00:04:34-7#

GUNNAR: Genau. #00:04:35-6#

PETER: Habt ihr das/ #00:04:36-1#

GUNNAR: Genau das war bei uns auch so ungefähr. Dann teilweise war dann noch aufräumen angesagt, also wenn wir, die Kinder haben dann teilweise voll die Unordnung hinterlassen, und dann war halt die Beziehung, also wir haben uns um uns gekümmert letztlich, oder Dinge, die im Haushalt getan werden mussten halt. Ja, genau. #00:04:57-9#

PETER: Eben. Das ist glaube ich ein ganz großer Unterschied, ob ihr euch um euch kümmert oder um den Haushalt. Da gibt es wie so ein, eben manchmal macht man das recht unbewusst, manchmal passiert das bewusst, dass hier Paare wirklich Zeit nehmen, oder? Sagen so, jetzt bleibt alles stehen, egal wie es unordentlich aussieht, jetzt machen wir nur noch was für uns. Und das ist die Frage. Habt ihr so was gemacht, oder? #00:05:25-3#

GUNNAR: Ja, es gab immer so, genau, also wir haben uns auch um uns gekümmert. Das auf jeden Fall. Also es war halt irgendwie, also wie gesagt, erst haben wir sozusagen diese Pflichten erfüllt mit den Kinder, dann halt bzw. die ins Bett gebracht, dann noch ein paar Sachen erledigt, und dann um uns gekümmert halt, uns unterhalten oder sonst was halt. Teilweise war es auch so, dass ich mich um mein Business gekümmert hatte, oder sie hatte sich um ihre Dinge gekümmert, also. #00:05:52-9#

PETER: Okay. Was war für dich die größte Herausforderung jetzt in diesen neun Jahren, wo du Kinder hast? Wo du sagst, wow, also das hätte ich mir einerseits so nicht so vorgestellt, und andererseits war das, ja, etwas, ja, wo wirklich herausfordernd war. #00:06:09-6#

GUNNAR: Herausfordernd? Das ist eine gute Frage. Also was ich erlebt habe dadurch ist einfach, dass ich mich stärker reflektiere durch meine Kinder. Also ich würde das nicht zwingend als Herausforderung bezeichnen. Es ist/ #00:06:27-9#

PETER: Das ist eher eine Fähigkeit. #00:06:28-6#

GUNNAR: Ja, sie haben mir den Spiegel vorgehalten immer. Also das würde ich auch mit dem Reflektieren so gleichsetzen. Also das ist irgendwie, am Anfang habe ich immer gedacht, ich bringe meinen Kindern was bei. Eigentlich ist es umgedreht, habe ich das Gefühl. Dass sie mir zeigen, wo meine Schwachstellen sind, wo ich mich weiterentwickeln kann oder entwickeln kann grundsätzlich. #00:06:51-3#

PETER: Hast du da mal ein Beispiel, woran du das merkst? #00:06:54-2#

GUNNAR: Das war einmal was, das war, da hat mein Sohn etwas gesagt, der hat dann zu mir gesagt, da waren wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, und er meinte dann, also ich habe über seine Frisur gesprochen, über seinen Pony, und da habe ich gesagt dein Pony, bla, bla, bla, und er meinte dann, du Schwein.

Und ich war total sauer dann uns habe mit ihm geschimpft und dann war er traurig und dann hat er gesagt, aber du hast mich Pony genannt. Also eine komplett andere Sichtweise auf die Dinge, und das hat so eine krasse Reflektion bei mir hervorgerufen oder auch Reaktion, also innerlich, dass ich das, ja, es war Wahnsinn, und das ist halt dieser Spagat, den ich täglich habe dann, oder fast täglich, dass die komplett anders denken. Diese Dinge, die Welt einfach anders wahrnehmen. #00:08:00-0#

PETER: Genau. Apropos Spagat, das nehme ich gerade mal als Stichwort. Wie schaffst du das als alleinerziehender Vater mit zwei Kindern, das alles unter einen Hut zu bringen? #00:08:10-5#

GUNNAR: Was meinst du mit alles? #00:08:12-4#

PETER: Job, Kinder, Fragezeichen. #00:08:15-5#

GUNNAR: Ja, das ist eine Herausforderung. Also meine Tochter geht jetzt in den Kindergarten. Das ist super. Das heißt, in der Zeit, und mein Sohn geht in die Schule, in der Zeit kann ich arbeiten. Das ist jetzt nicht so viel.

Deswegen stehe ich relativ früh auf, dann arbeite ich bevor sie wachwerden ein bisschen, dann bringe ich die in den Kindergarten und in die Schule und dann arbeite ich, hole meinen Sohn aus der Schule ab, und dann hole ich meine Tochter ab. Und dann ist sozusagen die ganze Zeit bis abends Bespaßung, in Anführungszeichen, und abends bin ich dann super fertig. #00:08:51-8#

PETER: Das glaube ich. Das heißt, du hast durch deine Selbständigkeit hast du die Möglichkeit am Nachmittag für deine Kinder da zu sein? #00:08:59-8#

GUNNAR: Ja, also ich könnte es mir gar nicht vorstellen, wie das wäre, wenn ich angestellt, das geht ja gar nicht. Das ist ja, da gibt es ja auch keine Rahmenbedingungen. Also die Gesellschaft ist ja überhaupt nicht für so was ausgelegt. #00:09:13-1#

PETER: Genau das ist das Dilemma. Viele alleinerziehende Mütter und Väter, dass sie das fast nie unter einen Hut bekommen, Job und Kind, oder? Und das gelingt eigentlich nur, wenn man selbständig ist, und dann auch nur, wenn man eine Selbständigkeit hat, wo man sich die Zeit frei einteilen kann. Genau. Was mich noch interessieren würde wäre Folgendes: Gibt es etwas, wo du dich mal gefragt hast, ist das bei anderen auch so? Gab es irgendwann mal eine Situation mit deinen Kindern, wo du so ein bisschen, ja, hinterfragt hast, ist das noch okay, was da passiert, passiert das allen? #00:09:56-7#

GUNNAR: Nein, das habe ich nicht. Also ich kenne viele Kinder und Eltern mit Kindern, wo ich mich immer frage, weshalb die Kinder sozusagen nicht auf die Eltern hören. So kommt es mir immer vor, weil bei meinen Kindern ist es irgendwie nicht so. Also die sind super entspannt. Das hängt natürlich auch davon ab, glaube ich, wie die Eltern mit den Kindern umgehen.

Das ist ein großer Faktor meiner Meinung nach, ansonsten, nein, also ich habe mich jetzt nicht gefragt, ob das andere Eltern auch haben, weil ich glaube, dass Kinder alle verschiedenen Stadien, oder jedes Kind durchläuft verschiedene Stadien, und auf die sollte man sich halt als Eltern vorbereiten, oder wenigstens mal ein bisschen darüber Bescheid wissen. Und ansonsten, was ganz wichtig ist meiner Meinung nach, dass die Eltern selbst mit sich, ich sage jetzt mal, im Reinen sind, ja, und das gibst du ja dann an die Kinder weiter, weil die Kinder sind ja letztlich der Spiegel von dir selbst. #00:10:58-4#

PETER: Ja, das ist so. Apropos sich informieren. Hast du dich informiert? Also nicht bevor du Vater wurdest, also bevor die Kinder auf die Welt kamen, oder wo sie schon da waren? Es ist ja so, dass das ein ganz neues Feld ist, was sich da auftut. Hast du dich irgendwie informiert in irgendwelchen Büchern, oder im Internet? War da etwas, wo dir geholfen hat, dich da wie dreinzufinden? #00:11:28-6#

GUNNAR: Also ich, ja, also ich habe jetzt, nein, also Bücher über Kinder habe ich jetzt nicht wirklich gelesen. Ja, ich hatte früher, habe ich als Rettungsschwimmer gearbeitet, und, am Werbellinsee, und da hatte ich mit vielen Kindern zu tun. Kann sein, dass ich da eine ganze Menge gelernt habe, aber nicht mit Babys halt. Nichts desto trotz habe ich da eine ganze Menge gelernt.

Ansonsten für mich waren eher Sachen interessant, wie Kinder auf Trennung reagieren, beziehungsweise, was das für Sachen bei Kindern verursachen kann. Also das ist ja für mich immer noch ein akute Sache, beziehungsweise die ist nun Fakt, und für mich ist es wichtig, dass meinen Kindern, auch wenn die Situation so ist, wie sie ist, trotzdem starke Kinder werden und selbstbewusste Kinder werden, und jetzt, ich habe jetzt viele Bücher darüber gelesen, und da steht halt ganz oft drin, dass die Kinder den Fehler bei sich selbst suchen und das ist etwas, was ich vermeiden will, ja, dass sie, ja. #00:12:33-3#

PETER: Okay. Hast du da einen Tipp? Weil das finde ich, das ist auch ein Thema, wo viele Eltern immer wieder trifft. #00:12:40-6#

GUNNAR: Ja, zwePETER: Also dieser eine ist, das Selbstbewusstsein der Kinder zu stärken und den Kinder, also was ich halt mache, ich gebe denen extrem viel Liebe. Also ich glaube halt, ich gehe halt davon aus, dass alle Eltern das machen, ja. Also das ist meistens so, jeder geht ja von sich aus, dass was für ihn oder sie jetzt ihre eigene Welt ist, dass die andern genau so eine ähnliche Welt haben. Das ist aber nicht so, ja. Das ist halt ein Irrglaube. #00:13:09-9#

PETER: Genau. Eben, und du hast gesagt, du hast da recht viel jetzt gelesen, weil es dich selber betrifft. Hast du da vielleicht ein Buch, wo einiges drinsteht, wo man sich rausholen kann? #00:13:19-5#

GUNNAR: Fällt mir jetzt akut nicht ein. Also das, ich habe ein Buch geholt, das ist ein englischsprachiges Buch, da habe ich auch ein paar Kapitel von gelesen, und, also ich bin halt auf dem Standpunkt, dass wenn ich mich auf das Negative fokussiere, dass ich das halt anziehe, beziehungsweise, ja, vergrößere, und daher habe ich mich dann auf andere Sachen fokussiert.

Für mich war halt wichtig zu wissen, was möglich ist oder was passieren kann bei Kindern, ja, um dann halt so meine Strategien oder mein Verhalten in dem Bereich dann zu verändern, und auch mit der Ex-Frau darüber zu sprechen. Was auch ein riesengroßes Problem ist in den meisten Beziehungen, nach den meisten Trennungen, dass die Paare gar nicht mehr miteinander reden, oder dass Väter halt ihre Kinder zu selten sehen und dass immer irgendwelche Streitigkeiten dann über das Kind ausgetragen werden, und so weiter und so fort, und dann frage ich mich immer, warum immer diese Machtspielchen. #00:14:20-2#

PETER: Ja, das ist wirklich ein großes Thema, dass vor allem die Kinder die Leidtragenden sind, oder die darunter leiden. Darf ich fragen, wie ihr damit umgeht? Also wenn du nicht möchtest, du musst nicht darauf antworten, aber könnt ihr noch miteinander reden? #00:14:38-6#

GUNNAR: Ja, das war, ja. Also mit der Mutter von, also wie gesagt, ich habe jetzt zwei Kinder von zwei verschiedenen Frauen. Mit der Mutter von meinem Sohn habe ich eine super Beziehung, und mit der Mutter von meiner Tochter auch, ja. Also da sind noch mehr Emotionen vorhanden, nichts desto trotz ist es so, dass wir von Anfang an erklärt hatten, dass beide Eltern für das Kind verantwortlich sind, und es ist ja auch so, es ist ja eine Mischung aus uns beiden, und ich bin der Meinung, du weißt ja nicht, zu wieviel Prozent jetzt die Gene der Mutter im Kind sind oder die Gene vom Vater, und das Kind gleicht sich ja, auf Grund dieser genetischen Veranlagung oder Vererbung mit den Eltern ab.

Wenn es jetzt nur bei der Mutter ist, und jetzt beispielsweise 70 Prozent der Gene vom Vater sind, dann ist es so, dass das Kind dann irgendwann zu einem Konflikt kommt, weil es immer merkt, okay, die Mutter ist so, aber irgendwie bin ich doch anders, ja, und das kann dazu führen, dass das Kind dann auf jeden Fall irgendwie Störungen bekommt, ja. Daher ist es sehr sinnvoll beide Elternteile hat, bin ich der Meinung, ja. #00:15:58-8#

PETER: Genau. Ja, das ist auch der Punkt, dass für das Kind seid ihr nicht ein Paar, sondern immer Mutter und Vater, egal ob ihr jetzt zusammen seid oder nicht. Also diese Rolle wird man nicht mehr los dem Kind gegenüber, egal ob man als Paar zusammen ist, und dessen muss man sich irgendwie bewusst werden, dass das wie zwei verschiedene Ebenen sind, die man da bespielt. #00:16:19-5#

GUNNAR: Ja, auf jeden Fall. #00:16:22-9#

PETER: Warst du bei den Geburten dabei? #00:16:24-0#

GUNNAR: Nein und ja. Also sagen wir so, bei der ersten Geburt, das war ein Not-Kaiserschnitt, da hatte sich die Nabelschnur um den Hals meines Sohnes gewickelt, also da konnte ich gar nicht dabei sein, weil die ihn ruck zuck rausholen mussten, und bei der zweiten auf jeden Fall. #00:16:44-6#

PETER: Okay. Und wie hast du es erlebt? #00:16:46-2#

GUNNAR: Ja, wahnsinnig cool. Also am Anfang hatte ich sehr viel Angst, was das jetzt wird, und ob ich da jetzt umfalle oder umkippe, weil ich dann Blut sehe, und letztlich war es eine der besten Erfahrungen meines Lebens. #00:17:04-0#

PETER: Genau. So höre ich das immer wieder, oder habe es auch selber so erfahren. Einerseits Angst vor dem Ungewissen, weil man wird so nicht so richtig darauf vorbereitet als Mann, und andererseits dieses Wunder, was da passiert, weil da ist wirklich, ich glaube das kann der Mensch noch gar nicht so richtig fassen, was da passiert.

Dass da plötzlich auf einmal ein vollfunktionstüchtiges Wesen auf einmal da ist, das hat alles, was es braucht, und es lebt. Das ist wirklich ein Phänomen. Eine andere Frage ist noch, als ihr noch zusammen wart, und es gibt ja immer wieder verschiedene Ansichten in Erziehungsfragen. Wie habt ihr das gemacht, wenn zum Beispiel du gemerkt hast, oh, meine Frau macht etwas, wo ich jetzt nicht so gut finde, oder deine Frau oder umgekehrt. Wie habt ihr das gelöst? #00:18:01-7#

GUNNAR: Wir waren uns sehr einig darüber, wie wir unsere Kinder – also wir haben uns darüber unterhalten, was wir wollen, und wie wir das Kind oder wie wir unser Kind erziehen wollen, und das ist oder war zu diesem Zeitpunkt, ja, eine gemeinsame Entscheidung, und die haben wir auch gemeinsam verfolgt dann. Nach der Trennung ist es natürlich schwieriger, das ist etwas, was ich festgestellt habe, weil dann doch andere, ja, Eigenarten dann durchkommen beim Partner oder wem auch immer. Auf den Fall jeder hat ja sein eigenes Leben und seine eigenen Vorstellungen, und das ist dann das, was das Kind erlebt. #00:18:43-1#

PETER: Ja, und wie macht ihr das heute? Also wie du sagst eben, jetzt seid ihr räumlich getrennt, oder? #00:18:48-2#

GUNNAR: Ja. #00:18:47-9#

PETER: Und wie besprecht ihr das, oder wie managt ihr das? #00:18:54-7#

GUNNAR: Wir sehen uns ab und zu, wir reden darüber, und wenn es jetzt Sachen gibt, dann sprechen wir darüber. Also dann schreiben wir, vereinbaren einen Termin, treffen uns und reden dann über diese Thematiken, ja. #00:19:09-0#

PETER: Also das klappt gut? #00:19:10-3#

GUNNAR: Ja, das ist das, was ich am Anfang auch sagte. Das geht in erster Linie darum, bin ich der Meinung, dass die Eltern bevor sie überhaupt ein Kind bekommen sollten, oder grundsätzlich bin ich der Meinung, dass jeder an sich selbst arbeiten sollte, und dass Beziehungen, auch wenn die auseinander gehen, es gab ja mal Liebe zwischen den beiden Partnern, und dann gibt es ein Kind, und ich bin der Meinung, das Kind sollte der Fokus sein, und nicht der Fokus den anderen zu verletzen, oder seine eigenen Verletzungen dann über das Kind zu transportieren oder so was.

Also das ist der falsche Ansatz, und das ist wichtig, und viele begreifen das einfach nicht, sondern sehen halt einfach nur ihren Schmerz und leben in diesem Schmerz, in dieser Depression, in dieser Trauer, und versuchen das dann auf den anderen zu projizieren. Das ist ein riesengroßer Fehler, meiner Meinung nach, und das ist etwas, was in der Gesellschaft irgendwie nicht kommuniziert wird. So was. #00:20:06-8#

PETER: Ja, ich finde es ist auch eine große Stärke, wenn man das so mit eine bisschen Abstand betrachten kann, und nicht nur aus der eigenen Verletzung heraus zu agieren. Das braucht schon so eine gewisse, sage ich jetzt mal, Stärke und Reflektionsfähigkeit, weil es emotional weh tut. #00:20:24-9#

GUNNAR: Das auf jeden Fall, ja. #00:20:28-5#

PETER: Gibt es eine Fähigkeit oder eine Stärke, die du durch deine Kinder wie entwickelt hast oder neu entdeckt hast? #00:20:35-3#

GUNNAR: Fokus. Also jetzt nicht in neu entwickelt, das ist einfach durch meine Kinder fokussiere ich mich einfach auf Dinge anders, ja. Also einfach weil, die leben ja direkt im Moment und spielen direkt im Moment und machen diese Sachen direkt, beispielsweise meine Tochter, die weint, wenn sie traurig ist, ist wütend, wenn sie wütend ist.

Das ist halt so ganz ehrlich und das färbt halt auch ab, und bei meinem Sohn war das genauso, ja. Das ist halt einfach direkt im Moment leben, auf die Dinge zu fokussieren, weil das einfach das Wichtigste für die Kinder ist. Denen ist es egal, was jetzt hier ringsum passiert, und die wollen einfach nur Zeit mit mir verbringen, und das ist, ja, die fokussieren sich halt auf die Dinge, und das ist etwas, was ich von denen auch gelernt habe nochmal. #00:21:30-6#

PETER: Genau. Also Kinder sind der absolute Meister in diesem fokussieren, und aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass es uns Erwachsenen vielleicht nicht immer so gelingt. Wie machst du das? Also wie schaffst du das, dich von quasi von diesem Kognitiven, vom Denken, vom Geschäft und Alltag, wie schaffst du das, dich zu fokussieren? Hast du da einen Trick oder einen Tipp, wie du das machst? #00:21:51-8#

GUNNAR: Wie schaffe ich das, mich zu fokussieren? Das ist eine gute Frage, und das ist einfach ich habe eine größere Vision für die Dinge. Also jetzt in Bezug zu meinen Sachen, ja, deswegen dann kann ich dann, und ich weiß, wofür ich es mache. Also mein warum ist halt sehr stark und daher, ja, ist das halt einfach dann so. Dann ist die Energie da, die Motivation. #00:22:20-9#

PETER: Also ist das wie so eine bewusste Entscheidung, die du da triffst. Jetzt Fokus, oder? #00:22:25-2#

GUNNAR: Nein, also das ist ja ein Prozess bin ich der Meinung. Wenn du jetzt dein warum kennst, ich beschreibe das Ganze mal so wie ein Uhrwerk. Die meisten beispielsweise, wenn die Ziele setzen, die setzen halt oberflächliche Ziele, genau wie eine Uhr, ist halt eine schöne, hübsche Uhr, und das ist dein Ziel, aber irgendwie fehlt dann das Innere. Was weiß ich, die Zahnräder fehlen dann, und das Wichtigste sind halt die Zahnräder.

Dass die alle ineinandergreifen, dass alles ganz entspannt funktioniert und darüber habe ich mir halt Gedanken gemacht über die ganzen Elemente, die ich brauche, um halt das Ziel zu erreichen, und da ist unter anderem das warum finden extrem wichtig und gehört auch Leidenschaft dazu. Was ist meine Leidenschaft? Und wenn das alles ineinander übergeht und einfach funktioniert, dann, ja, dann brauche ich mich jetzt nicht motivieren, nicht zu fokussieren, oder diszipliniert zu sein.

Das ist dann automatisch. Ich habe dann automatisch Antrieb und mache das, weil das, ich kann das nicht beschreiben, das ist einfach nur wie so ein innerer Drang ist das, keine Ahnung, also das ist einfach dann da. Im Vorfeld habe ich mich damit befasst halt, was das alles ist. Also meine Werte rausgefunden, was will ich überhaupt, was ist mir wichtig im Leben, wo ist meine Leidenschaft, was ist mein warum, warum mache ich das Ganze hier, das ist extrem wichtig, finde ich. #00:23:50-8#

PETER: Ja, das finde ich eine schönes Sinnbild mit der Uhr. Dass man sich eben, dass die Zahnräder wichtig sind, nicht nur die Zeiger, wo die Uhrzeit anzeigen, sondern auch das, was innen abläuft, ja. Gibt es etwas, wo du glaubst, dass werdende Eltern unbedingt wissen sollten? Also Eltern, die noch keine Kinder haben und Kinder erwarten: Was sollen die unbedingt wissen? #00:24:14-3#

GUNNAR: Puh. Ihr Leben wird sich verändern. Das ist einfach so. Also ich, weiß nicht, vorher, oder ich kenne einige, die immer gesagt haben, dass mit Kindern, oder die Kinder als Last gesehen haben. Ich finde einfach, dass ist die größte Bereicherung im Leben. Das ist also Wahnsinn, was sich dadurch verändert hat. Auch jetzt für mich jetzt als alleinerziehender Vater, selbst im Bereich Dating.

Das ist auch eine super Sache, die richtigen Frauen zu finden. Einfach wenn ich sage, ich habe jetzt zwei Kinder und eine Frau findet das jetzt irgendwie blöd, dann weiß ich auf jeden Fall, dass es nicht die richtige ist, weil ich möchte ja eine Frau haben in meinem Leben. Das gilt genauso für Männer. Ich möchte ja eine Frau oder einen Mann haben, der Kinder mag oder die Kinder mag, ja.

Also sonst hätte ich ja keine Kinder, und wenn jetzt jemand sagt, nein, das ist nichts für mich, dann ist das auch gut so, ja. So kann man sehr schnell den potentiellen Partner aussortieren. Noch mal zurück auf die Sache mit werdenden Eltern. Ich kann es nur wiederholen, für mich ist es immer extrem wichtig, dass die Eltern mit ihren Problemen im Reinen sind, weil dann ist alles andere einfach, ja, und, also auch mit den Kindern. #00:25:42-9#

PETER: Ja, das ist, ich würde sagen, ein schönes Schlusswort. Ja, es ist, wie soll ich sagen, es ist ein recht hohes Ethos mit sich selber im Reinen sein. Das ist, glaube ich, ein Weg oder ein Zustand, wo man darauf hinarbeitet, oder sich dahin bewegt, und wenn man das schafft, sich eben zu reflektieren, und sich die Zeit zu nehmen für sich, und so ein bisschen, so eine Meta-Ebene einzunehmen, dann sieht man die Dinge eben anders, und dann sind auch Veränderungen wie Kinder im Leben, oder es gibt ja noch viele andere Veränderungen, die im Leben passieren, vielleicht nicht so überraschend, oder nicht so schwerwiegend, als wenn man das nicht im Fokus hat. #00:26:29-6#

GUNNAR: Ja. #00:26:30-4#

PETER: Okay, ich möchte mich an dieser Stelle bei dir bedanken. Vielleicht kannst du, also was mich noch persönlich interessiert ist, kannst du noch mal etwas über deinen Job erzählen, was du da machst, weil ich denke, das ist für viele spannend, eine Selbständigkeit, wo man sich die Zeit frei einteilen kann. Was ist das, was du da machst? #00:26:48-8#

GUNNAR: Also was ich unter anderem mache ist, ich erstelle Online-Produkte oder Informations-Produkte, um anderen Menschen dabei zu helfen, Online-Business zu erstellen. Also ich habe beispielsweise einen Podcast, so wie du, was du jetzt gemacht hast, und ich bin mit meinem Podcast, also ohne Bekanntheit, ohne e-mail-Liste, ohne Kenntnisse vom Podcast an sich, habe ich meine Podcast innerhalb kürzester Zeit auf Platz 1 bei iTunes gebracht, und das ist etwas, was ich anderen beibringe beispielsweise, wie sie halt mit ihrem Podcast Top-Platzierungen erreichen können, um dahinter dann einen richtigen Sales-Funnel beispielsweise zu packen, um damit dann auch Geld zu verdienen, was möglich ist auf jeden Fall.

Das andere ist, also das ist so eine Mischung aus, also ich habe zwei Sachen, die mich sehr interessieren, das ist einmal Online-Marketing, das andere ist Persönlichkeitsentwicklung, und im Bereich Persönlichkeitsentwicklung habe ich beispielsweise dann einen Kurs, der nennt sich Lebensstarter, und darin sind Elemente, die ich eben schon genannt habe. Da geht es halt darum, wie du dir eine Karriere und Leben aufbaust, dass du liebst, was auch das Oberthema des Podcasts letztlich ist. Ich unterhalte mich halt mit Menschen, wie sie das geschafft haben, sich eine Karriere und Leben aufzubauen, dass sie lieben, und die Leute, die sich das anhören, können dann super, also sehr viele Tipps da herausziehen, und das für ihr eigenes Lebens anwenden, auch wenn die noch in einem Angestelltenverhältnis sind, und, ja, das ist es letztlich.

Und wenn du diese Produkte dann hast, dann kannst du dann über die Kunden, die du bekommst, dir, also das lässt sich über, Traffic nennt sich das im Internet, ist also Besucherströme auf deine Webseite zu leiten, und die dann konvertieren zu lassen, also von Interessenten oder Besucher, Interessent und Käufer, dass dann letztlich Käufer daraus entstehen, und das mache ich, und in diesen Sachen berate ich auch, oder in diesen Sachen berate ich auch andere Menschen, damit die das genauso machen können. Genau. #00:28:41-9#

PETER: Ja, das hört sich sehr spannend an. Ja, ich finde es wirklich, es ist einfach eine neue Art Geschäfte zu machen, finde ich. So dieses Online-Offline-Verbindung. Ich werde es auf jeden Fall in die Notizen packen, deine Links zu deiner Seite. #00:28:59-2#

GUNNAR: Ja, gerne. Also das ist: gunnarschuster.com und dort finden dann die Leute auch alle den Lebens(unv.) #00:29:06-8#, falls sie sich dafür interessieren. Es gibt drei Module kostenlos, also dass man sich erstmal, was ich ganz extrem wichtig finde, die drei sind sich selbst zu reflektieren, oder sein Leben, seine aktuelle Situation zu reflektieren, dann seine Stärken und Schwächen herauszufinden, das in ein Lebensrad zu packen und dann Werte, und das ist, da gibt es zwei Module zu Werten.

Das eine ist kostenlos und das andere ist dann mega-intensiv und Werte herausfindend, weil das ist meiner Meinung nach extrem wichtig um später auch, wenn man seine Werte kennt, auch wenn man angestellt bleiben will, was auch vollkommen okay ist, wenn man seine Werte kennt, dann kann man sich die Jobs aussuchen, die richtig gut zu einem passen und kann Entscheidungen besser treffen, ist fokussierter usw., ich freue mich auf jeden Fall, wenn du es in die Show-Notes packst. #00:29:52-5#

PETER: Ja, sehr gerne. Okay, wir wären am Ende angelangt. Ich möchte mich bei dir bedanken für die Zeit, die du dir genommen hast, auch als alleinerziehender Vater, wobei du gerade gesagt hast, deine Kinder sind jetzt versorgt im Kindergarten und in der Schule. #00:30:08-0#

GUNNAR: Ja. #00:30:10-3#

PETER: Und liebe Grüße nach Berlin. #00:30:11-0#

GUNNAR: Danke schön. Es hat mir extrem viel Spaß gemacht, und ich hoffe, wir hören uns bald wieder. #00:30:15-7#

PETER: Ja, ich auch. Also tschau. #00:30:17-5#

GUNNAR: Bis dann, tschüss. #00:30:18-1#

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