Melanie Mittermaier: Es war eine massive Veränderung in der Partnerschaft [002]

Melanie Mittermaier

Das Buch zum Podcast

Was ist das Unerwartete das ein Kind mit sich bringt?

  • Wollen Sie wissen, was andere Eltern im Alltag mit Kindern erleben?
  • Wollen Sie wissen, was die grössten Herausforderungen für Eltern sind?
  • Wollen Sie konkrete Hinweise direkt von den Eltern?

„Also, die massivste Veränderung in der Partnerschaft war tatsächlich dieses Gefühl, nicht mehr selbstbestimmt zu sein, sondern meinen Tag und mein komplettes Leben nach anderen Menschen ausrichten zu müssen“.

Melanie erzählt im Interview:

  • Welche massiven Veränderungen sie als Mama und als Frau erlebt hat.
  • Was das Thema Freiheit für sie und ihren Mann bedeutet.
  • Was ihr dabei geholfen hat die Freiheit wieder zu finden.
  • Wie sie es geschafft hat ihre Sexualität neu zu entdecken.
  • Was ihr geholfen hat zur Ruhe zu kommen.
  • Sie hat keinen Tipp für Eltern, aber etwas, das werdende Eltern unbedingt wissen müssen.
  • Und sie teilt uns ein wirklich wichtiges Zitat von ihrer Mama mit.

Aber jetzt endlich zum Podcast!


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Shownotes:

Mit ihren ungewöhnlichen und teilweise polarisierenden Ansichten ermöglicht Melanie Mittermaier den Menschen eine völlig neue Sicht auf die Liebe.

Ihre ehrliche, offene und etwas freche, bayerische Art begeistert die einen und verärgert die anderen. Jeder, der seine Beziehung über Jahre hinweg unkonventionell, lustig und erfüllend leben möchte, ist bei ihr gut aufgehoben.

Gemäß ihrem Lebensmotto: Leben darf leicht gehen und Spaß machen. Liebe auch!

Hier geht es zum Blog von Melanie Mittermaier:

http://www.melanie-mittermaier.de/

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Buchempfehlungen von Melanie Mittermeier:

 


Ich lese lieber:

Transkript:

P: Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Eltern-ABC-Podcast. Mein Name ist Peter Mechalik. Und ich freue mich, dass du dabei bist. Mein heutiger Gast ist Melanie Mittermaier. Und sie kommt aus dem wunderschönen Bayern. Ich kenne Melanie ein wenig. Und umso mehr freut es mich, dass sie dabei ist. Und ich bin jetzt schon wirklich gespannt auf ihre Antworten rund um das Thema Eltern sein. Liebe Melanie, erzähle uns doch erst mal, wer du bist, was du machst und wie viele Kinder du hast.

M: Okay. Also Melanie Mittermaier hast du ja schon gesagt. Ich bin 42 alt, ich bin seit 13 Jahren verheiratet. Meine Kinder sind neun und zwölf. Ich habe, also der Zwölfjährige ist mein Sohn und die Neunjährige ist meine Tochter. Ich arbeite als Liebescoach, als Bloggerin und als Rednerin im gesamten deutschsprachigen Raum, weil ich sehr viel online arbeite. Und meine Praxis ist hier eben in Tuntenhausen in Oberbayern.

P: Sehr schön. In Oberbayern war ich noch nie.

M: Ist traumhaft hier.

P: Wenn man Kinder bekommt, dann verändert sich einiges in der Partnerschaft.

M: Ja.

P: Oder überhaupt im ganzen Leben. Was hat sich durch deine Kinder in deinem Leben verändert?

M: Also die massivste Veränderung war tatsächlich dieses Gefühl, nicht mehr selbstbestimmt zu sein. Sondern meinen Tag und mein komplettes Leben nach anderen Menschen ausrichten zu müssen. Weil ich nicht mehr entscheiden konnte, was mache ich, wann gehe ich weg, wann bin ich da. Mach ich jetzt Hausarbeit oder mache ich was anderes. Sondern, wenn die Kinder wollten, dass für sie Aufmerksamkeit da ist, dann war einfach dieses Thema, jetzt habe ich mich nach denen zu richten.

P: Ja, das hört man sehr oft von Eltern, dieses Fremdbestimmt sein, dass man das nicht gewohnt ist. Wie lange hat das gedauert oder ist es heute noch so?

M: Nein, heute ist es überhaupt nicht mehr so. Ich meine, die sind jetzt groß, die machen ihr Ding. Die sind total cool, helfen mit im Haushalt und unterstützen uns hier. Und es ist wirklich superlustig, superwitzig. Ich fand so diese Meilensteine, also das Wichtigste war für mich der erste Meilenstein, das Abstillen. Der zweite Meilenstein, sie können selber laufen. Der dritte Meilenstein, sie können selber sprechen. Und dann irgendwann waren sie im Kindergarten und da dachte ich mir so, boah, ich habe wieder Freiheit. Genau.

P: Genau, das ist auch das, was viele Eltern immer wieder berichten, dieses, endlich mal wieder etwas Zeit für sich.

M: Genau.

P: Und wie war die Veränderung in der Partnerschaft?

M: Also die Veränderung war tatsächlich auch massiv, vorher sind wir halt viel, wir haben viel Party gemacht, wir waren viel unterwegs. Auch getrennt in den Urlaub gefahren und so weiter. Und als wir dann eben Kinder hatten, dachte ich mir, boah, der kann jetzt nicht mal allein in Urlaub fahren. Oh Gott, wie kriegen ich denn das alleine hier hin, oh Gott. Und also das Thema Freiheit war massiv. Wir haben gestritten tatsächlich. Dieses, jetzt habe ich schon dreimal aufgepasst, jetzt kann ich wieder drei Tage wegfahren. Und ich so, sage mal, geht es noch, spinnst du? Ich pass hier ständig auf und fahre nie weg. Oder auch das Thema ausschlafen morgens. Ich habe irgendwie, wir hatten Besuch, es war spät nachts. Wir sind beide gleichzeitig ins Bett gegangen, ich habe dazwischen noch mal dreimal gestillt. Und mein Mann hat dann geglaubt, in der Früh ausschlafen zu können. Und ich dachte mir, ich glaub, dass der spinnt.

P: Genau.

M: Genau, da haben wir halt viel gestritten und aneinander gerieben. Und aber auch viel Lösungen gefunden, wie können wir uns denn gegenseitig diese Freiheit wieder ermöglichen.

P: Was ich immer wieder höre, ist, dass die Eltern beschreiben, dass sie fast gar keine Zeit als Paar verbringen. Also sie sind ein gutes Team, sie tun alles managen, Beruf, Kinder, Kinderbetreuung und alles wunderbar. Und haben aber das Gefühl, dass sie für sich als Paar gar keine Zeit haben. Habt ihr da irgendwie einen Trick, wie ihr das gemacht habt?

M: Also bei uns war das, wir hatten halt Glück. Oder das ist das, was viele Eltern halt nicht haben, wir hatten die Großeltern im Haus. Also wir haben im Haus meiner Eltern gewohnt damals. Und das war halt cool, einfach das Babyfon nach unten zu stellen und dann irgendwie auszugehen oder mal Essen zu gehen oder einfach mal Zeit für sich zu haben. Das fand ich gut. Wir hatten auch die anderen Großeltern relativ nah. Und haben auch die Kinder regelmäßig eben zu beiden Großeltern gegeben, wo wir dann wirklich Zeit füreinander hatten. Wir haben öfter Ausflüge mit unserem Tandem gemacht, dass wir zusammen Fahrradfahren waren, zwei Stunden. Und die Kinder dann eben betreut waren.

P: Das ist natürlich sehr luxuriös, wenn man beide Großeltern in der Nähe hat.

M: Genau.

P: Das ist so. Und wenn man es eben nicht hat, dann sollte man wirklich versuchen, sich so ein soziales Netz aufzubauen.

M: Genau, aufzubauen.

P: Zurechtzulegen oder aufzubauen und zu pflegen. Und auch den Mut zu haben, zu fragen.

M: Genau.

P: Ich erlebe es oft, beziehungsweise ging mir selber auch so manchmal, dass man sich gar nicht traut zu fragen, kannst du mal auf unser Kind aufpassen.

M: Genau, dabei sind die Kinder ja oft, wenn die zu viert sind und irgendwie die Nachbarskinder da sind, das ist eine gemähte Wiese, das ist total entspannt und total locker. Und also vier Kinder sind immer noch viel entspannter als zwei.

P: Ja, genau.

M: Und was wir auch getan haben, ist, als die Kinder dann im Kindergarten waren, dass wir uns Vormittage Zeit genommen haben. Wir haben beide Teilzeit gearbeitet. Auch das war jetzt für uns sehr positiv als Paar. Weil wir dann halt öfter mal Freitagvormittag freihatten. Und wir haben dann einfach eine Bergtour gemacht zusammen.

P: Ja, das ist natürlich auch eine sehr, sehr interessante Geschichte mit dem Arbeitszeitmodell oder überhaupt mit dem Elternmodell, wie man sich das aufteilt. Ob das so klassisch ist, der Mann geht arbeiten, die Frau ist zu Hause.

M: Genau.

P: Oder eben beide 50:50 oder 70:30. Also da, finde ich, muss auch jedes Paar so sein eigenes Modell finden.

M: Ganz genau.

P: Aber es gibt ja eben viele, Varianten, oder?

M: Und für uns war das halt eine ideale Variante, für uns als Paar.

P: Super. Also höre ich da einfach raus, dein Mann war auch bereit dazu? Ich meine, das braucht es ja auch, dass die Männer dazu bereit sind, zu reduzieren oder Teilzeit zu arbeiten.

M: Also er hat vorher schon Teilzeit gearbeitet. Also wir hatten eh von Haus aus schon ein anderes Modell, Lebensmodell insgesamt gelebt. Und es war auch bei uns, wir hatten uns wirklich nach unserer Hochzeit hingesetzt. Wie schaut es aus, wollen wir jetzt Kinder oder keine. Und das komplett gemeinsam durchgesprochen. Wir haben komplett gesagt, das geht aber, also ich habe auch gesagt, es geht nur, wenn wir das gemeinsam machen. Ich habe keinen Bock, das hier alleine irgendwie zu stemmen. Und es war bei uns von vornherein klar. Wir haben da sehr klar kommuniziert, im Vorfeld.

P: Das ist super. Also da sollte sich wirklich jedes Paar hinsetzen, um sich zu überlegen, was und wie wollen wir es machen, wie wollen wir es leben.

M: Ganz genau.

P: Was mich noch interessiert ist, was war die größte Herausforderung so im Nachhinein, wenn du so zurückblickst, auf die zwölf Jahre Kinder haben? Was war das größte, die größte Herausforderung?

M: Also die größte Herausforderung war einfach, sich als, der Wechsel von einem Paar zu einer Familie. Also da sind dann immer ständig vier Menschen plötzlich da. Ich hatte wenig Zeit für mich alleine, weil ja immer jemand da ist. Und auch dann dieses Thema Freiheit, eben dann mal getrennt was zu unternehmen. Das war am Anfang eher schwierig. Die Kinder werden von alleine groß, das ist super. Also das wusste ich damals nicht. In der Zeit, wo die noch klein waren, dachte ich mir, das hört nie auf. Also die größte Herausforderung war auch bei uns das Thema Sex tatsächlich. Dann, dass die Kinder halt größer und größer geworden sind und bei mir das immer weniger wichtig geworden ist. Und wir das dann auch wieder mühsam und mit einer Krise erst wieder erlernen haben müssen, wie funktionieren wir denn auch als Paar rein erotisch und sexuell wieder. Genau, also das Thema Zeit, Freiheit, Sex und/ Ja.

P: Du hast vorhin gesagt, dass es so ein Stück weit wie so eine Ohnmacht war. Jetzt muss ich permanent für die Kinder da sein.

M: Genau.

P: Wie geht man damit um?

M: Also mitten in der Situation bin ich, glaube ich, nicht so gut damit umgegangen. Also das war dann schon, ich war echt nicht so gut gelaunt. Und teilweise echt grantig und frustriert und so. Ich habe dann, als meine Tochter eine halbes Jahr alt war, habe ich mal das Buch Secret in die Hände gekriegt. Und ich habe mich früher schon sehr viel mit Spiritualität, mit dem Gesetz der Anziehung auseinandergesetzt. Und das habe ich halt so ein bisschen aus den Augen verloren. Und habe dann festgestellt, dass ich mir diese ganze Geschichte mit irgendwie Kinder kriegen und so einfach auch ganz schön schlechtgeredet habe. So ätzend und nie habe ich Zeit und alles ist so schwierig und so. Und habe mir gedacht, oh Scheiße, ich muss in meinem Kopf eine Veränderung herbeiführen. Und die konnte ich dann herbeiführen, in dem ich gesagt habe, hey, jetzt ist es, wie es ist. Und ich mache das Beste draus. Und so konnte ich das Ganze dann für mich drehen.

P: Also war das wie, praktisch wie so eine bewusste Entscheidung, ich will so nicht weitermachen, so wie jetzt?

M: Ganz genau.

P: Sondern bewusst entscheiden, okay, ich muss was verändern und dann Wege zu suchen.

M: Ja. Ganz genau.

P: Okay, spannend. Das Buch verlinke ich natürlich nachher in den Show Notes, für alle, die es interessiert. Da gibt es, glaube ich, auch einen ganz interessanten Film über das Buch.

M: Ja, genau.

P: Was mich noch interessieren würde, ist natürlich das Thema Nummer eins, Sexualität. Wo viele Eltern sagen, das verändert sich mit dem Kinderkriegen. Oder auch während die Kinder da sind. Wie hast du das erlebt für euch so?

M: Also was ich sehr spannend fand, ist, dass ich in den Schwangerschaften, also wo manche ja sagen, in der Schwangerschaft geht irgendwie nichts, dass da bei uns richtig die Post abgegangen ist. Weil da meine Hormone irgendwie, keine Ahnung, wie die da unterwegs waren, also da war richtig Leidenschaft, richtig Lust. Das war ganz toll, beide Schwangerschaften. Stillzeit war krass, weil, das war wie tot. Also in mir komplett jeglicher sexueller Funken abgestorben ist. Gab es nicht. Also das hat die Natur wahrscheinlich irgendwie so eingerichtet, ich weiß es nicht. Nach der Stillzeit kam das dann so ein Stück weit wieder zurück. Aber nicht mehr so wie vorher. Also es war eher anstrengend und mühsam so für mich. Und dann auch dieses, als wir dann angefangen haben, auch darüber zu streiten über das Thema Sex, über die Quantität, dann zu gucken, was will ich eigentlich. Wie kann ich eine erotische Persönlichkeit wieder sein, die ich früher absolut war. Das habe ich einfach verloren über dieses ganze Mama sein halt. Also dieses, Identitätswechsel, der war für mich, glaube ich, extrem krass.

P: Ja, das glaube ich. Also man hört das immer wieder von Müttern, dass sie sich dann praktisch nicht mehr als Frau fühlen.

M: Genau.

P: : Sondern durch das Stillen und durch den permanenten Kontakt mit dem Kind auch der Bedarf Berührung abgedeckt ist.

M: Ja, schon.

P: Und du hast es so gelöst, dass du dir selber überlegt hast, wie kann wieder die werden, die ich war?

M: Ja, also so einfach war es nicht. Ich habe ein Buch gelesen. Das Buch hieß Feeling. Also wir haben damals den David Schnarch zuerst gelesen, Die Psychologie sexueller Leidenschaft, was uns extrem geholfen hat. Und danach kam dann dieses Buch Feeling in mein Leben. Und die Anne West hat da in einem Satz geschrieben, was ist eigentlich los mit mir, warum tu ich es nur zweimal im Monat und nicht zweimal am Tag? Bin ich bescheuert. Und da dachte ich mir so, boah, stimmt. Ich bin ja total bescheuert. Da wusste ich erst, dass es ja letztlich ja auch mein Bedürfnis ist und nicht nur seins. Und dass ich meine erotische Persönlichkeit wiederentdecken WILL. Das kam mir dann dadurch halt sehr stark, wurde mir das bewusst.

P: Das ist aber sehr interessant. Ich höre ja oft von Männern zum Beispiel, dass die so auch ein bisschen mit schwanger sind, eine Zeit lang.

M: Okay.

P: Und dass zum Beispiel auch das Bedürfnis nach Sexualität in der Anfangszeit, nachdem das Baby da ist, auch abnimmt. Und dann eben aber auch die Herausforderung darin besteht, die Frau wieder als Frau zu sehen und nicht nur als Mama.

M: Okay. Das war bei uns definitiv nicht der Fall.

P: Okay.

M: Also mein Mann hatte ab dem Tag der Geburt, wollte der schon wieder Vollgas geben.

P: Alles klar. Okay. Was würdest du jetzt sagen, so nachdem deine Kinder jetzt schon recht groß sind, welche Fähigkeiten oder beziehungsweise welche Stärke hast du durch deine Kinder entwickelt oder bekommen?

M: Boah, ganz viele, ich glaube, meine Kinder sind für mich wirklich der Grund, warum ich mich überhaupt so entwickelt habe, wie ich mich entwickelt habe. Weil ich eben nach Lösungen suchen musste. Weil ich nicht wusste, wie funktioniert das alles. Weil ich irgendwie die Muster aus meiner Kindheit automatisch angewendet habe. Und zu meinen Kindern irgendwie Dinge gesagt habe, die ich bei meiner Mama blöd fand und ich dann mir gedacht habe, okay, hier muss irgendwas sich verändern, und zwar massiv. Also meine Kinder haben, glaube ich, in mir eine stärkere Persönlichkeit hervorgebracht. Eine entspanntere, also ich war, früher wollte ich immer, dass die Wohnung sauber geputzt ist und es musste immer alles passen. Und erst über die Kinder habe ich dann festgestellt, dass das alles gar nicht so wichtig ist. Also diese Gelassenheit habe ich durch die Kinder bekommen.

P: Spannend.

M: Ja.

P: Was ich auch noch interessant finde, was du erwähnt hast gerade, ist, dass man sich dabei erwischt, dass man so redet oder sich so verhält wie die eigenen Eltern.

M: Ja.

P: Erzähl mal, wie war das für dich, als du dich, so dieses Aha-Erlebnis, oh mein Gott, ich rede wie meine Mutter oder wie mein Vater.

M: Das war echt krass, also das war richtig krass und doof. Wo ich mir gedacht habe, scheiße, so wollte ich es eigentlich nie machen. Und jetzt mache ich es echt genauso.

P: Und wie hast du dann, hast du dann bewusst anders gehandelt?

M: Also ich habe tatsächlich mir dann auch ganz viel Literatur besorgt. Also ich bin so ein Mensch, der halt über Bücher viel lernt und viel neues Wissen sich holt. Und über dieses, wie geht Erziehung, wie kann ich Erziehung anders leben, wie kann ich anders mit den Kindern umgehen, als das, was ich eben erlebt habe in meiner Kindheit. Das hat mir sehr viel geholfen, weil ich dann, in den entspannten Momenten konnte ich auf das neue Wissen zurückgreifen und das ausprobieren. In den gestressten Momenten habe ich dann, bin ich wieder zurückgefallen in das alte Muster. Und durch das, dass ich es aber geübt habe und immer wieder ausprobiert habe, habe ich festgestellt, okay, das funktioniert, das funktioniert nicht, das funktioniert, das funktioniert nicht. Und konnte halt dadurch dann eigentlich ganz viel lernen. #

P: Super. Jetzt ist es ja, dass man, wenn man sich entscheidet, Kinder zu bekommen, dann wird man schwanger. Und dann gibt es so allerlei Vorbereitungskurse auf die Geburt und so weiter. Und trotzdem gibt es Dinge, die man so, die passieren nach der Geburt oder mit den Kindern später, wenn sie aufwachsen, die man so nicht erwartet hätte.

M: Mhm

P: Was war bei dir so ein Erlebnis, das du so nicht erwartet hättest?

M: Eigentlich alles.

P: Okay.

M: Eigentlich alles. Ich glaube, man kann sich überhaupt vorher gar nicht vorstellen, wie das ist, Eltern zu sein. Das ist völlig, ich habe das bei meinen Brüdern beobachtet. Und dachte mir, ja, da muss man halt nur konsequenter sein, da muss man halt das machen und dann läuft das schon. Genau, Pustekuchen. Ich dachte, mit den Kindern kann man alles weiter unternehmen wie vorher. Man muss die halt mitnehmen, wenn man halt entspannt genug ist, geht das schon. Ja, Pustekuchen. Wenn die krank sind, wenn irgendwas ist, dann geht das eben nicht. Letztlich, das komplette Leben verändert sich, und zwar so massiv, was man sich vorher einfach nicht vorstellen kann.

P: Also quasi, das Leben wird komplett auf den Kopf gestellt.

M: Absolut.

P: Absolut, okay. Und gibt es etwas, wie soll ich sagen, du hast vorhin gesagt, man kommt nicht zur Ruhe oder beziehungsweise man hat recht wenig Zeit für sich. Oder da entsteht auch so eine, ein Stück weit Ohnmacht, oder? Wie hast du das gemacht? Wie hast du dir diese Auszeiten genommen beziehungsweise, wie kommst du zur Ruhe?

M: Also damals, was mir sehr, sehr geholfen hat, als wir eben gestritten haben über das Thema Freiheit und so, ich, mein Mann reist gerne und ich bin unglaublich gern daheim. Ich komme zur Ruhe, wenn ich mal daheimbleiben kann, wenn ich mal alleine bin. Und er hat dann die Kinder eingepackt und ist mit denen mal ein paar Tage auf den Campingplatz gefahren. Das war für mich göttlich. Und ich dachte mir so, boah, jetzt sind die eine Nacht weg. Und am nächsten Tag, oh, jetzt sind die noch eine Nacht weg. Und dann, oh noch eine Nacht. Und ich hatte plötzlich so das Gefühl, boah, ich bin nur für mich zuständig. Und ich habe nur Zeit mit mir. Also das hat mir damals extrem gut getan, als die noch kleiner waren. Jetzt ist es, dass ich durch mein Business sehr wenig zur Ruhe kommen und sehr wenig Zeit für mich mir nehme. Da hilft mir, wenn ich tanzen gehe. Ich bin Boogietänzerin. Und wenn ich mal Boogie tanzen gehen kann, das hilft mir enorm. Oder, wenn ich einfach mal auch Party machen kann, ich bin wirklich so eine Partymaus, ich liebe es, zu feiern. Und wenn ich einfach mal alleine weggehen kann mit Freundinnen und dann irgendwie so ein bisschen die Sau rauslassen, das mag ich total gerne. Auch wenn es mir dann am nächsten Tag vielleicht nicht so gut geht. Es hilft mir. Und wie ich eben noch zur Ruhe komme, ist tatsächlich, wenn ich Zeiten komplett mir mir alleine verbringen kann.

P: Jetzt hast du vorhin so schön in allen bunten Farben erzählt, wie schön das war, als dein Mann die Kinder weggenommen hat, mit denen in die Ferien gefahren ist. Und du einfach Zeit für dich alleine hattest. Hattest du da kein schlechtes Gewissen?

M: Nein, überhaupt nicht. Das war so genial, dass ich mir gedacht habe, oh scheiße, warum macht der das nicht öfter. Nein, hatte ich tatsächlich nicht. Und ich war auch noch nie die Mama, die, ich wusste, ich bin keine so eine richtige Gluckenmama. War ich nie, werde ich nie sein. Ich habe auch jetzt wenig Zeit für die Kinder, wo ich mir manchmal schon denke, ob das so gut ist. Nur das, was ich glaube, oder was mir wirklich wichtig ist, meinen Kindern vorzuleben, wie geht glücklich sein. Und wenn ich mir Zeit nehme, nur denen zuliebe, obwohl ich eigentlich gar keinen Bock habe, dann hilft es denen gar nicht. Wenn ich mir die Zeit dann nehme, weil sie gerade da ist und weil es gerade so witzig ist. Ich bein eine lustige Mama, ich mache mit denen Quatsch und ich bin total entspannt, wenn die Fünfer heimbringen in Latein, ist mir drecksegal, ganz ehrlich. Da bin ich die Letzte, die dann da irgendwie einen Stress macht. Also meine Kinder kriegen wenig Stress von mir. Viel Lachen, viel Entspanntheit und halt jetzt nicht so superviel Zeit.

P: Also so, wie ich das höre, ist das so mehr dieses schöne neue Wort Quality Time.

M: Mhm (bejahend)

P: Also mehr Qualität in der Zeit als Quantität.

M: Genau. Ganz genau.

P: Ich denke, davon profitieren Kinder auch am Meisten, wenn man sich wirklich mit ihnen abgibt. Wenn man ihnen Zeit schenkt. Das ist glaube ich, eins der größten Güter, die wir zu verschenken haben als Eltern.

M: Genau. Und dann die Zeit halt intensiv zu nutzen und nicht viel Zeit und die dann mit Gemecker und Gemotze irgendwie verbringen.

P: Jetzt noch eine Frage, was sollten werdende Eltern deiner Meinung nach unbedingt wissen? Also was wäre so ein Tipp?

M: Also ich glaube, man kann werdenden Eltern den Tipp nicht geben, weil, zum einen sind alle so, die haben so eine rosarote Brille auf. Das ist wie frisch verliebt. Da will man nicht hören, dass es irgendwann zu einer Beziehungskrise kommt.

P: Okay. Also kein Tipp, aber vielleicht, was werdende Eltern unbedingt wissen müssen.

M: Da habe ich wirklich lang drüber überlegt, was werdende Eltern wissen müssen. Ich meine letztlich, das Wichtigste ist, zu wissen, dass es anders kommt, als sie jetzt noch denken. Dass sie flexibel bleiben. Dass sie drauf achten, selber glücklich zu sein. Das ist vielleicht das Wichtigste. Dass Eltern drauf achten, glücklich zu sein, weil, nur dann können sie den Kindern vorleben, wie Glücklichsein geht. Kinder lernen nicht, was wir quatschen, Kinder lernen, was wir tun. Und wenn wir als Eltern ein cooles, witziges Leben haben, dann werden unsere Kinder das auch haben.

P: Das finde ich jetzt wirklich eine superschöne Aussage, habe ich fast schon ein bisschen Gänsehaut. Wirklich. Würde ich voll so unterschreiben. Jetzt habe ich noch eine Frage, und zwar, mich würde mal interessieren, was war so für dich die lustigste oder vielleicht auch die peinlichste Situation, die du mit deinen Kindern erlebt hast?

M: Also sehr lustig war mal, ich war auf so einer Mutter-Kind-Kur. Das war mehr so, mein Mann wollte unbedingt drei Wochen Bergsteigen und hat gesagt, geh doch du mal auf eine Mutter-Kind-Kur, dann kann ich mal drei Wochen alleine wegfahren. Und dann habe ich, ich habe tatsächlich auch körperliche Gebrechen gehabt damals. Und habe das auch genehmigt bekommen und bin auf so eine Mutter-Kind-Kur gegangen. Und er konnte einfach mal in die Schweiz fahren zum Bergsteigen. Wir waren Eis essen, mein Sohn war, keine Ahnung, vielleicht vier. Ich weiß es nicht mehr, meine Tochter irgendwie zwei. Und meine Tochter hat sich fürchterlich aufgeregt, weil sie jetzt irgendwie was nicht haben konnte, was sie halt unbedingt haben hätte wollen. Und ich bin aber konsequent auch damals schon als Mama gewesen. Und sie hat sich auf den Gehsteig geschmissen und ist halt da liegen geblieben, heulend. Und ich habe halt, war halt entspannt und bin halt weitergegangen. Und dann ist mein Sohn völlig ausgeflippt. Mama, wir müssen die Paula mitnehmen, wir können die da nicht liegen lassen. Ich habe gesagt, entspann dich, die kommt schon. Der war völlig Land unter und ich musste richtig, richtig lachen. Die zweite Situation, die sehr lustig war, ich war in der NLP-Ausbildung und kam direkt von der Ausbildung zurück. Wir sind am selben Tag noch zum Flughafen gefahren, weil wir in den Urlaub fahren wollten. Und mein Sohn hat sich in der Hotellobby drei Stück Schokokuchen bestellt. Und ich habe gesagt, willst du nicht lieber erst mit einem Stück anfangen. Nein, er muss drei Stück haben, unbedingt. Und das war so ein klassisches Muster, was bei ihm tatsächlich immer der Fall war. Hat er drei Stück Schokokuchen bestellt, um festzustellen, dass es ihm nicht schmeckt, beim ersten Bissen. Und da saß ich und habe gesagt, das ist mir jetzt wirklich total egal. Du wirst diesen Schokokuchen essen und selbst wenn du spuckst. Ich war lustig, also ich war jetzt nicht böse oder so mit ihm. Sondern habe gesagt, der wird jetzt aufgegessen. Du wolltest drei Stück haben, du isst jetzt drei Stück Kuchen. Der hat sich aufgeführt, der hat geweint, der hat quasi so getan, als müsste er sich jeden Moment übergeben. Also der konnte, er hat alles schauspielerische Talent in dieses Drama gelegt, dass er jetzt diesen Kuchen essen muss. Und ich habe mich weggeschmissen vor Lachen. Ich musste kurzzeitig auf das Klo gehen, weil ich so lachen musste über diese Situation, die er da abgeliefert hat. Ab dem Zeitpunkt hat der sich nie wieder zu viel bestellt.

P: Okay. Das war ein guter Lerneffekt.

M: Ja.

P: Gibt es von deiner Seite aus irgendein Zitat, welches dir Mut oder Kraft gibt, das du so parat hättest?

M: Da gibt es tausend Zitate.

P: Oder dass dir manchmal geholfen hat in bestimmten Situationen?

M: Ich bin so ein Zitate-Junkie. Also dieses, was mir hilft, ein wirklich wichtiges Zitat, das ist von meiner Mama, die gesagt hat, kein Schaden, wo nicht auch ein Nutzen dabei ist. Also in jeder Situation kann ich den Sinn erkennen, auch wenn ich ihn nicht erkennen kann. Also jede Situation hat für irgendwas einen Sinn. Und irgendwas ist auch gut daran. Und das hilft mir schon mein ganzes Leben.

P: Also das Positive in dem, was man erlebt, zu suchen?

M: Genau.

P: Spannend. Super Melanie, vielen Dank. Danke dir, dass du dir Zeit genommen hast.

M: Mir hat es Spaß gemacht.

P: Und deine Erfahrungen aus deinem Familienleben mit deinen Kindern geteilt hast. Und ich finde, so viel Lebensfreude, wie du jetzt in dem Interview versprüht hast, verbreitest du auch auf deinem Blog, bin ich der Meinung. Melanie Minus Mittermaier Punkt de. Erzähl doch einfach mal, was machst du da eigentlich? Du hast vorhin erzählt, du bist Coach und machst Vorträge. Wenn man deinen Blog besucht, was findet man da?

M: Also eins meiner Lieblingsthemen oder wo ich mich sehr stark damit beschäftige, ist das Thema fremdgehen. Also fremdverliebt sein, Affairen haben oder nach einer Affaire wieder zurück ins Leben zu finden, zurück zum Alltag zu finden. Das ist so eines meiner Lieblingsthemen.

Und dort finden Menschen eben ganz viel Texte zum Thema, was mache ich denn, wenn ich fremdverliebt bin, was mache ich denn, wenn mein Partner eine Affaire hat. Also wie komme ich eben da wieder hin. Ich habe auch gerade ein Online-Produkt laufen, wo ich Betrogene betreue, wie sie wieder zurück zur Liebe und zum Vertrauen finden können. Das ist so ein Hauptteil meiner Arbeit.

Lebensfreude ist tatsächlich ein wichtiger Bestandteil. Wie komme ich in die Lebensfreude, wie kriege ich mein Leben lustiger, selbst wenn es gerade nicht so witzig, weil eben vielleicht eine Affaire gerade aufgeflogen ist. Wie kann ich trotzdem Spaß haben. Das sind so meine Hauptthemen, genau. Und auch Vorträge halte ich zum Thema Fremdverliebt, was tun und so.

P: Das ist wirklich ein sehr, sehr spannendes Thema. Und ich würde sagen, bei vielen Paaren auch ein brennendes Thema. Und ich finde, der Besuch auf deiner Seite lohnt sich auf jeden Fall. Ich werden in den Show Notes alle Daten über dich und alle Links und auch alle Bücher, die du erwähnt hast, verlinken, dass man sich die anschauen kann. Und auch der Link zu deinem Kurs. Und damit möchte ich mich noch mal bei dir bedanken.

M: Gerne, ich bedanke mich bei dir.

P: Und ich wünsche dir eine ganz, ganz gute Zeit.

 

M: Ja, das wünsche ich dir auch Peter. Vielen Dank.

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