Kinderzimmer aufräumen – Schon wieder großes Tohuwabohu im Kinderzimmer?

Kinderzimmer aufräumenEs ist ein leidiges Thema: Das Kinderzimmer aufräumen. Als Elternteil hat man ständig das Gefühl, immer drei Mal um das Aufräumen bitten und dennoch nur hinter seinen Kindern herräumen zu müssen. Aber das ist mit kleinen Tricks nicht nötig.

Das Kinderzimmer aufräumen sollte nicht der Aufgabenbereich der Erwachsenen, sondern der Kinder sein und zwar so früh wie möglich – auch wenn das anfangs eher gemeinsames Ordnunghalten bedeutet.

Denn Aufräumen ist eine Erziehungssache und wie die meisten Erziehungsaufgaben sollte auch diese möglichst früh angegangen werden.

Jedoch muss je nach Alter des Kindes unterschiedlich priorisiert werden. Kleine Kinder brauchen noch viel Hilfe. Meist ist man schneller, wenn man ohne sie aufräumt.

Aussagen wie  „Da mach ich es doch lieber gleich selbst, das geht erst noch schneller“
sind nicht selten. Doch die zentrale Frage ist nicht ob, sondern was Kinder und Jugendliche für Aufgaben im gemeinsamen Haushalt übernehmen sollen. Warum Kinder im Haushalt helfen sollen – 5 Gründe, die dafür sprechen.

Übernehmen Eltern zu oft die Aufgaben der Kinder, wird sich das später rächen und man fragt sich, was man falsch gemacht hat und warum das Kind einem beim Kinderzimmer aufräumen nicht helfen will. Wer übrigens das Aufräumen als Kind nie richtig gelernt und verinnerlicht hat, der wird es auch als Erwachsener nicht können.

Also denken wir auch an die Zukunft unseres Nachwuchses und bringen ihm das Aufräumen bei.

 

Sara Michalik
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Kinderzimmer aufräumen – Mit Freude ans Werk gehen

Das klingt erst einmal alles sehr ernst. Dabei muss es das gar nicht sein. Denn spielerisch merkt man sich Sachen am besten und es macht (v.a. für das Kind) erst noch mehr Spass. Deshalb sollte man beim Aufräumen auch nicht an ein Lernprogramm oder an Arbeit denken. Wenn Aufräumen spielerisch geschieht – z.B. die Autos fahren zurück in die Garage – oder ein kleiner Wettbewerb entsteht, dann sind Kinder voll dabei und machen gerne mit.

Bei kleinen Kindern nützt es nichts, ihnen lange Vorträge zu halten, warum das Aufräumen nötig ist. Viel besser ist es, wenn man mit gutem Vorbild vorangeht. Kleinkinder ahmen natürlicherweise das Verhalten der Eltern nach.

Ein regelmäßiges Betonen der eigenen Tätigkeit führt dazu, dass sie diese besser verinnerlichen und beispielsweise nach dem Betreten der Wohnung die Jacke an den Haken der Garderobe hängen.

Beim Spielen sollten die Kleinen daran gewöhnt werden, erst eine Sache aufzuräumen, bevor die nächste hergenommen wird. Das bedeutet aber nicht, dass ein aufwendiges Bauwerk sofort wieder zerstört werden muss. Einzelne Dinge können natürlich auch einmal mehrere Tage stehen bleiben, wenn man merkt, dass sie dem Kind besonders am Herzen liegen.

Das Kind sollte sein Spiel zudem immer beenden dürfen, bevor es dieses wegpacken muss. Sonst entsteht eine negative Assoziation, bei der das Kinderzimmer aufräumen nicht mit dem zufriedenstellenden Abschließen des Spiels, sondern mit der Unterbrechung desselben in Verbindung gebracht wird.


In diesem kurzen Video von kifa-coaching gibt es wertvolle Tipps, die Ihnen helfen, zusammen mit den Kindern das Kinderzimmer in den Griff zu bekommen. 😉

 


Eine große Hilfe beim Aufräumen ist ein sinnvolles Ordnungssystem. Wenn Kinder aufräumen sollen, ist es natürlich unerlässlich, dass sie ohne Hilfe alle Regalbretter und Schubladen erreichen.

Alle Spielzeuge sollten einen festen Platz erhalten und nicht einmal hierhin, einmal dorthin geräumt werden, denn feste Regeln bieten Kindern Orientierung. Zu einem guten System gehören aber auch Verstaumöglichkeiten in unterschiedlichen Größen, sonst wird das Chaos vom Boden oder Tisch nur in die große Schublade verlagert, in der dann Buntstifte, Autos und Legosteine durcheinanderfliegen.

Kleineren Kindern hilft es außerdem, wenn sich Kisten und Kartons farblich voneinander abheben und am besten noch mit Symbolen versehen sind. Man kann daraus ein Spiel machen und fragen, welches Spielzeug wohin gehört. Dann ist das Kleine stolz darauf, wenn es am Ende alles richtig eingeräumt hat.

Kinder nehmen das Aufräumen darüber hinaus gar nicht als lästige Aufgabe wahr, wenn man es anders benennt. Puppen, Plüschtiere und andere Figuren können sich zum Beispiel schlafen legen.

Matchbox-Autos, Baustellenfahrzeuge und Traktoren können in der Garage geparkt werden. Bei vertbaudet gibt es ganz unterschiedliche Vorschläge für Aufbewahrungsmöbel. Schön ist beispielsweise ein Regal in Hausform.

Die drei Regalbretter könnten mit Küche, Bad und Garage betitelt werden. Dann findet der Puppenhaushalt nach dem Spiel schnell seinen Platz.

Diskussion und Konfrontation wegen Kinderzimmer aufräumen

Werden die Kinder älter, kann man auch auf einer sachlichen Ebene mit ihnen diskutieren. Wenn Eltern der Meinung sind, die Kinder räumen zu wenig auf, sollten sie dies in einer ruhigen Minute ansprechen.

Wichtig ist dabei, keine Vorwürfe zu machen, sondern die eigene Situation objektiv darzulegen. Man sollte dem Sohn oder der Tochter außerdem die Möglichkeit geben, Einwände anzubringen, und versuchen diese nachzuvollziehen.

Vor allem wenn es um das Thema Kinderzimmer geht, müssen manchmal Zugeständnisse gemacht werden. Vielleicht hat das Kind ja ein anderes Ordnungsempfinden.

Hier die eigenen Vorstellungen durchzuboxen oder selbst das Aufräumen zu übernehmen, bewirkt nur das Gegenteil von dem, was man erreichen will. In späteren Jahren – oft mit dem Führen des ersten eigenen Haushalts – wird sich dieses Empfinden sehr wahrscheinlich wieder relativieren.

Natürlich darf die Unordnung aber nicht so weit gehen, dass Schulsachen nicht mehr gefunden werden oder sich Stolperfallen entwickeln, die eine ernste Gefahr darstellen.

Und Eltern müssen auch nicht alles hinnehmen. Tatsächlich stärken gelegentliche Streitsituationen mit den Eltern sogar den Charakter eines Jugendlichen, nachzulesen bei der Frankfurter Rundschau. Wenn die Küche sich mehr und mehr mit dreckigem Geschirr füllt, sollte das Abendessen vielleicht einfach einmal ausfallen, mit der Begründung, dass keine sauberen Töpfe zum Kochen im Schrank waren, da die Kinder wieder einmal das Einräumen der Spülmaschine vergessen haben.

Unsere Haltung: Die zentrale Frage ist nicht ob, sondern was Kinder und Jugendliche für Aufgaben im gemeinsamen Haushalt übernehmen sollen. Dass es dabei nicht in erster Linie um die Unterstützung oder Entlastung der Eltern geht, sondern um die Kinder selbst, erfahren Sie in diesem Artikel: Warum Kinder im Haushalt helfen sollen.

Ihre

Sara Michalik


Fotos: © Björn Wylezich – Fotolia.com | vertbaudet

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