Imke Krueger

Das Buch zum Podcast

Was ist das Unerwartete das ein Kind mit sich bringt?

  • Wollen Sie wissen, was andere Eltern im Alltag mit Kindern erleben?
  • Wollen Sie wissen, was die grössten Herausforderungen für Eltern sind?
  • Wollen Sie konkrete Hinweise direkt von den Eltern?

“Und wenn dann die Frage kam: Mami, was möchtest du jetzt eigentlich machen? Mhm, ja, Wäsche waschen, schnell noch bügeln, einkaufen. Man vergisst sich ganz schnell. Ich wusste irgendwann gar nicht mehr so wirklich, was ich eigentlich möchte.“

 

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Shownotes:

Raus aus dem Alltagsstress und sich endlich wieder wohlfühlen. Mit seistolzaufdich.de hat Personal-Trainerin und dreifache Mutter Imke Krüger ein Sport- und Ernährungsprogramm speziell für Mütter entwickelt. Das Besondere: bei seistolzaufdich.de steht das Selbstwertgefühl im Vordergrund.  Fit für den Alltag. Fit für die Familie. Fit für neue Herausforderungen. In nur 10 Wochen bringt das innovative Online-Fitness-Programm von seistolzaufdich.de Mütter auf Erfolgskurs. In den Videoeinheiten zeigt die Personal Trainerin Imke Krüger Übungen, die jede Teilnehmerin ganz leicht zuhause nachmachen kann. Jede Woche wird dabei der Schwierigkeitsgrad der Übungen langsam gesteigert. Hinzu kommen wöchentliche Coaching-Impulse zu einer gesunden und alltagstauglichen Ernährung. So werden die Teilnehmerinnen Schritt für Schritt angeleitet, ihren Alltag zu verändern. Schon dreimal die Woche eine Stunde Training reichen dabei aus. Außerdem warten gesunde Ernährungstipps, über hundert familienfreundliche Rezepte und wöchentliche Erfolgsübersichten auf die Teilnehmerinnen.

 


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Transkript:

PETER: Mein heutiger Interviewgast bei “Eltern Podcast” ist Imke aus Bad Zwischenahn oder in der Nähe vom wunderschönen Bremen. Hallo, Imke.

IMKE: Hallo. Vielen Dank, dass ich da sein darf.

PETER: Sehr gerne. Erzähle uns doch erstmal: Wer du bist? Was du machst? Und wieviele Kinder du hast?

IMKE: Ja, ich bin Imke Krüger, ich bin (unv.) Jahre alt, wohne wie gerade schon gesagt in Bad Zwischenahn, das liegt ganz in der Nähe von Bremen, Oldenburg in Deutschland. Und bin Mutter von drei Kindern. Mein ältester Sohn heißt Moritz, ist fast neun Jahre alt. Dann kommt die Emma, die wird sieben Jahre alt und meine Lena, die ist jetzt fünf Jahre alt.

PETER: Und wenn man drei Kinder hat, dann hat man, sage ich mal so, ein breiteres Programm an Beschäftigung auch mit Kindern. Wie hat sich für dich vor allem, sage ich jetzt mal, bei dem ersten Kind das Leben für dich verändert?

IMKE: Das Leben hat sich von jetzt auf gleich eigentlich komplett verändert. Was man vorher natürlich so alles machen konnte, war dann natürlich mit einem Kind überhaupt gar nicht mehr möglich. Was auch gut so ist, jedes Ereignis hat auch seine Zeit und jeder Lebensabschnitt hat seine Zeit, und das gehört dann einfach dazu, dass sich Dinge auch verändern, dass man zum Beispiel nicht mehr ohne Kind bis nachts in die Puppen, da konnte man feiern gehen und man konnte ganz hemmungslos Dinge machen, wo man jetzt mit Kindern einfach drüber nachdenken muss: Mensch, haut das hin? Kann ich jetzt noch auf die Feier gehen oder bleibe ich tatsächlich bis drei Uhr morgens? Oder gehe ich doch um elf nach Hause, weil das Kind am nächsten Morgen um fünf Uhr morgens am Bett steht und sagt: Mami, können wir jetzt spielen? Es sind natürlich ganz neue Ereignisse und ein ganz neuer Lebensabschnitt, der mit Kindern beginnt, was auch gut so ist, und was wieder Veränderung bringt und nichts ist doch schöner als wenn man dann morgens leuchtende Kinderaugen am Bett stehen hat und sagt: Mami, komm, wir spielen jetzt.

PETER: Genau. Gab es einen Unterschied zwischen dem ersten Kind, dem zweiten und dem dritten in der Veränderung?

IMKE: Für mich persönlich: Ja. Weil jeder erlebt das natürlich anders. Für mich fand ich das einen ganz interessanten Moment, nach dem zweiten Kind habe ich ziemlich lange gebraucht, die Balance zu finden, um allen Kindern auch gerecht zu werden. Dieses Reißverschlusssystem zu entwickeln und dann wirklich allen gerecht zu werden, da habe ich ziemlich lange für gebraucht. Ich habe dann irgendwann so einen AHA-Moment gehabt, wo ich dann meine Tochter dann auf dem Arm hatte und sagte: Jetzt bin ich angekommen. Jetzt habe ich das Gefühl, dass ich tatsächlich auch zwei Kinder ganz gut managen kann und beim dritten, ja, das ist so, das läuft am Rande mit. Da denkt man nicht mehr groß drüber nach, sondern das läuft dann am Rande mit. Nicht am Rande mit, das hat natürlich auch seinen Fokus und auch seine Gleichberechtigung, ganz klar, aber da denkt man nicht mehr so viel drüber nach, sondern man ist so in seinem Alltag drin und nimmt das dritte Kind mit auf, als wäre es das erste und auch das zweite.

PETER: Okay. Und was hat sich so in Bezug auf die Partnerschaft verändert?

IMKE: Natürlich sind da auch die Gesprächsthemen ganz anders. Auf einmal redet man auch über den Inhalt der Windel oder was das Mittagessen war und natürlich redet man über andere Themen und da finde ich es immer ganz, ganz wichtig, sich auch als Ehepaar noch im Auge zu behalten. Ich habe zum Beispiel mit meinem Mann immer einmal die Woche ein sogenanntes Date in Anführungsstrichen, wo wir dann wirklich nur Mann und Frau sind, weil man doch im Alltag sich relativ schnell verliert und ganz schnell natürlich auch Mama und Papa dann irgendwo ist, und bei diesem Date sieht man sich dann auch wieder mit anderen Augen, und man freut sich drauf. Ich persönlich sage dann: Jetzt ziehe ich mir mal Absatzschuhe an und ich mache mich nett zurecht, und ich ziehe ein schönes Kleid an. Was man ja mit Kindern doch eher ein bisschen weniger, ja, vorantreibt, weil man sagt: Mensch, Jeans und T-Shirt sind jetzt mit Kindern auch okay.

PETER: Genau. War das euch von Anfang an klar, dass man das machen muss oder hat sich das dann also irgendwann in der Zeit entwickelt, dass ihr gemerkt habt: Upps, jetzt haben wir nicht mehr so viel Zeit miteinander? Wie ist das dazu gekommen, dass ihr das so gemacht habt mit dem Date?

IMKE: Ganz oft ist das ja so ein schleichender Prozess, dass man das im Alltag gar nicht so mitbekommt. Jeder hat so seinen eigenen in Anführungsstrichen sportlichen Alltag natürlich, wo der Tag so schnell vorbeigeht und da verliert man sich relativ schnell aus den Augen, wo man dann sagt: Mensch. Wenn man das reflektiert und mal Revue passiert und sagt: Mensch, wie geht es dem anderen jetzt eigentlich gerade? Und so ist das auch entstanden und natürlich bekommt man das auch bei anderen Paaren irgendwo mit, und da hole ich mir auch gerne Inspiration und sage: Wie macht ihr das eigentlich? Oder hat euch das geholfen? Oder wie kommt man wieder, wie kann am besten wieder einen Schritt aufeinander zumachen, so dass man doch dicht beieinander bleibt und nicht nur Mama und Papa ist, sondern auch dieses wertvolle Geschenk Mann und Frau, wofür man sich ursprünglich entschieden hat natürlich, auch weiter aufleben zu lassen.

PETER: Das heißt ich höre auch, du hast jetzt, sage ich mal so, ein Netzwerk von Leuten, mit denen du dich auch darüber austauschen kannst?

IMKE: Na klar, hat man eine beste Freundin oder die ein oder andere Freundin, wo man dann auch mal sagt: Mensch, wie ist das bei dir? Man holt sich Inspiration und ich glaube, ein großes Netzwerk würde ich jetzt nicht sagen, aber so das nähere Umfeld, was einem nahe steht, da habe ich überhaupt gar keine Scheu zu fragen: Mensch, wie läuft das denn bei euch? Und was tut euch denn ganz gut? Und versuche dann auch zu überlegen: Passt das vielleicht auch für mich? Könnte mir das auch weiterhelfen, dafür (sind Freunde ja?) auch da.

PETER: Und wie sind dann die Reaktionen, wenn du so Themen ansprichst, die, ich sage mal, nicht so sich darum drehen, dass alles gut ist, sondern dass manchmal eben auch manche Dinge nicht so gut laufen? Wie sind die Reaktionen von den Leuten?

IMKE: Ich finde das eigentlich auch menschlich, dass es mal natürlich in Familien vielleicht auch nicht ganz so rund läuft, und dafür, finde ich, sind Freunde auch da, dass man dann vielleicht den ein oder anderen Tipp gibt: Wie kann man was besser machen? Jeder möchte doch eine Familie erschaffen für sich, wo man sich wohlfühlt und möchte etwas vorleben. Wir Eltern sind Vorbilder und haben selber ganz viel natürlich auch miterlebt und auch in die Wiege gelegt bekommen und da versucht man natürlich, die positiven Sachen vorzuleben und zu zeigen, und die negativen Dinge, die einem vielleicht selber nicht ganz zusagen, dass man die optimieren kann und versucht einfach, ein schönes Familienleben auch zu gestalten, und dass es da mal nicht rund läuft, gehört einfach dazu. Dafür hat man das nirgendwo gelernt. Man weiß nicht, wie man sich als Eltern jetzt wirklich hundert Prozent richtig verhält, sondern das ist immer ein Ausprobieren. Und die große Chance darin liegt, einfach sich dann auch als Familie weiterzuentwickeln und das finde ich toll.

PETER: Also das finde ich eine sehr, sehr schöne Einstellung, die du da hast, weil ich erlebe eben Eltern, die sich manchmal nicht so trauen, über die Dinge zu reden, die nicht so gut laufen, und behalten das mehr oder weniger für sich, weil sie vielleicht auch Angst haben, wie die Reaktion wird oder bei uns ist es nicht okay und bei anderen ist es okay. Das ist so, was ich manchmal erlebe. Darum finde ich das sehr, sehr schön, wenn du das so erzählst. Was hat sich im Berufsleben bei dir verändert? Weil es ist für eine Frau immer einschneidender, Eltern zu werden als für den Mann.

IMKE: Ja, das stimmt.

PETER: Genau. Wie war das bei dir?

IMKE: Ja, ich habe studiert und habe mein Kommunikationsstudium schon damals eigentlich mit Fitnesskursen finanziert. Als Student braucht man natürlich immer nochmal zwei Euro fünfzig Taschengeld, und da habe ich gedacht, ich war schon immer sehr sportlich und dachte auf diese Art und Weise kann ich mein Taschengeld aufbessern, was ich dann auch über Jahre lang immer gemacht habe. Das war immer schon meine Leidenschaft, viel Sport zu machen und habe dann auch entsprechende Ausbildungen gemacht, dass ich in Fitnessstudios und auch als Personal Trainer dann quasi mein Taschengeld aufbessern konnte, war aber hauptberuflich immer in der Kommunikationsbranche unterwegs, und war auch zum Beispiel in der Werbebranche und habe da auch hauptberuflich immer gearbeitet. Und der Sport und diese Fitnesskursen, die waren eigentlich eher immer mein Hobby, wo ich mich ausleben konnte. Da bin ich aufgegangen und habe Spaß gehabt und konnte mit den Teilnehmern Sport machen und die trainieren, und das war immer meine größte Freude. Bis dann natürlich dann die erste Schwangerschaft kam und dann ging das alles nicht mehr so gut auf einmal. Ja, standen andere Dinge im Fokus. Ich habe mich aber nie getraut, diesen Schritt zu gehen, dass ich den Sport tatsächlich als neuen Job und Hauptjob für mich in Frage kommen würde, weil ich doch auch selber ein bisschen in meinen Gedanken gefangen war und mich auch schlichtweg nicht getraut habe. Und wurde aber immer wieder drauf angesprochen: Mensch, Imke, du machst das so toll. Man sieht die Leidenschaft und man sieht, dass du das mit vollem Herzblut machst. Mach das doch unbedingt hauptberuflich. Und dann wie gesagt kamen die Schwangerschaften und ich war dann selber in meinem Alltag gefangen und stand dann auch so ein bisschen ratlos davor und sage: Mensch, was mache ich denn jetzt? Und dann auch drei Kinder, wie soll ich das jetzt alles organisieren und managen? Da kommt wieder dieses berühmte Bild der Managerin des Familienunternehmens und man ist so in seinen Herausforderungen gefangen und der Alltag bietet so viele Herausforderungen, und zudem hatte ich dann auch noch natürlich meine Schwangerschaftskilos noch auf den Hüften, die einfach auch nicht durch meinen in Anführungsstrichen sportlichen Alltag nicht schwinden wollten. Dann war ich da einfach auch ein bisschen traurig drüber und habe gesagt: Mensch, ich bin selber vom Fach und eigentlich weiß ich genau, wie das funktioniert mit dem Abnehmen, was ich trainieren muss. Und darüber weiß ich bestens Bescheid, aber wie das bei Müttern nun auch mal so ist, auch ich bin in die Mutterfalle reingetappt, und wusste mir auch nicht mehr wirklich zu helfen, weil mein Alltag doch mich sehr eingespannt hat, dass ich mich selber auch aus den Augen verloren habe und dann habe ich gesagt: Ich brauche eine Anleitung. Ich möchte, dass ich genau weiß: Jetzt muss ich das so machen und dann muss ich den nächsten Schritt machen und dann kommt der dritte Schritt und weiß genau, wie ich was umzusetzen habe, damit ich mich auch wieder wohl in meiner Haut fühle, damit auch meine sogenannte Lieblings-Jeans, die vor den Schwangerschaften noch so gut passte, und jetzt nicht mehr passt, da möchte ich wieder hin. So habe ich dann auch das Online-Programm “Sei stolz auf dich” auch entwickelt, weil ich gedacht habe: Ich bin nicht die Einzige, die das Problem hat.

PETER: Und wie hast du das geschafft? Du hast gesagt, man ist dann eben als Eltern recht eingespannt zeitlich und dann muss man sich ja dann doch Ressourcen freischaufeln, um sowas zu machen. Wie war das?

IMKE: Das ist natürlich als Mutter, finde ich, aus meiner ganz persönlichen Sicht, gar nicht immer so einfach. Bei mir war es so, dass ich am Wochenende habe ich jeden mal gefragt: Mensch, was möchtest du heute gerne machen? Was möchtest du gerne heute machen? Was möchtest du heute gerne machen? Und dann habe ich immer versucht, all diese Wünsche, die man am Tag gerne so machen möchte, für alle auch so umzusetzen. Und wenn dann die Frage kam: Ja, Mami, was möchtest du jetzt eigentlich machen? Mhm, ja, Wäsche waschen, schnell noch bügeln, einkaufen. Ja, man vergisst sich ganz schnell. Ich wusste irgendwann gar nicht mehr so wirklich, was ich eigentlich möchte. Und es ist so schwer, sich die Zeit freizuschaufeln, und ich habe auch am Anfang gedacht, ich darf das gar nicht, weil ich doch eine Mami bin. Aber ich habe dann auch gelernt, es ist wichtig, dass wir Mütter uns wieder auch ein bisschen mehr in den Fokus rücken, weil wir sind im Prinzip der Motor der Familie. Weil wir im Prinzip ja gucken, dass alles läuft. Wir haben die Fäden in der Hand. Sind die Kindergartenbrote gemacht? Sind die Hausaufgaben fertig? Ist das Schulbrot fertig? Kommt jedes Kind von A nach B? Wir organisieren schon ziemlich viel. Da vergisst man sich natürlich, aber wenn es uns Müttern nicht gut geht, wie sollen wir dann dieses Pensum, was wir eigentlich als Mutter auch haben, wie soll das dann hochgehalten werden? Wir bleiben dann irgendwann auf der Strecke, und wenn wir nicht genug Energie dafür haben, dann schaffen wir den Alltag auch nicht.

PETER: Ja, immer. Und wie hast du das ganz konkret gemacht?

IMKE: Ja, ich habe mich wieder bewusst wahrgenommen. Das ist, denke ich, auch ganz wichtig. Ich habe nicht nur reagiert, was bei uns Müttern oft der Fall ist, sondern ich habe wieder ganz bewusst mich wahrgenommen und habe mich auf gefragt: Okay, bin ich jetzt gestresst? Oder bin ich jetzt genervt? Oder was ist jetzt genau los mit mir? Was möchte ich? Was tut mir gut? Was tut mir nicht so gut? Was macht mir Freude? Was bringt mich in meinem Alltag voran? Wie kann ich was optimieren, damit der Stress in Anführungsstrichen mich nicht so einnimmt, dass es mir am Ende des Tages nicht mehr gut geht und ich mich nicht mehr wohlfühle und total erschöpft auf dem Sofa sitze.

PETER: Okay. Wie ist es eigentlich bei euch mit der Rollenaufteilung? Arbeitet dein Mann Vollzeit oder wie macht ihr das jetzt einfach so?

IMKE: Jetzt muss ich natürlich sagen, ich habe das ganz, ganz große Glück, dass mein Mann sowie ich auch von zu Hause aus arbeiten. Wir haben eine Beziehung, wo relativ viel auch blind funktioniert, weil wir ein eingespieltes Team sind und jeder bei jedem so ein bisschen mit in die Situation mit reinspringt, um zu unterstützen. Dafür bin ich sehr, sehr dankbar, weil das ist keine Selbstverständlichkeit. Wir haben keine starre Rollenaufteiltung, dass jetzt der eine sagt: So, ich mache jetzt morgens die Kinder fertig und der andere hat dann die Aufgabe, die Kinder zur Schule zu fahren oder zum Schulbus zu bringen oder ähnliches. Das geht alles recht fließend ineinander über. Wichtig ist da natürlich bei uns, dass wir im Kontakt bleiben und da die Kommunikation sehr, sehr wichtig ist, dass wir dann sagen: Mensch, hier, ich mache kurz die Kinder fertig. Cool. Super. Ich bin dann schon mal in der Küche. Ich mache dann eben das Frühstück. Da sprechen wir relativ viel miteinander, was natürlich dann auch wieder die Bindung zwischen Mann und Frau natürlich ebenfalls auch nochmal ein bisschen intensiviert, weil wir viel miteinander sprechen und wissen, wo jetzt gerade der Engpass des anderen ist.

PETER: Ja, das hört sich gut an. Wie ist das eigentlich, was war so für dich so im Nachhinein so die größte Herausforderung als Mama?

IMKE: Die größte Herausforderung war für mich eigentlich, aus dieser sogenannten Mami-Falle wieder rauszukommen, weil ich doch gerne versucht habe, es allen recht zu machen wie es nur irgendwie möglich war. Das war für mich schon eine Herausforderung, da wieder den Fokus auf mich auch zu lenken, dass es auch okay ist, dass auch ich als Mutter meine Mami-Zeit brauche sowie die Kinder ihre Spielezeit haben. Der Mann, der Ehemann vielleicht auch seine Zeit hat, wo er was für sich alleine macht, so brauchen Mütter auch ihre Zeit für sich, um auch zu regenerieren und auch wieder Kraft zu schöpfen und auch Dinge zu machen, die ihnen Spaß machen und dieses Gefühl auch: Gleiches Recht für alle. Das war für mich ein Lernprozess, wo ich sagen muss, es ist auch okay, dass ich jetzt einfach mal sage: Die eine Stunde gehört mir. Und wenn ich in dieser einen Stunde mich ins Bett lege und eine Runde schlafen möchte, dann ist das okay. Wenn ich aber sage, ich möchte jetzt raus in ein Geschäft und mir eine Hose anprobieren und das ganz allein, dann ist das okay.

PETER: Genau. Das ist, finde ich, ein guter Hinweis. Was mich aber so interessiert, es ist ja so, einerseits kommt man in diese Mami-Falle, wie du das schön nennst, und dann ist man drin und um rauszukommen, um dieses Bewusstsein zu bekommen: Jetzt brauche ich auch Zeit für mich, weil ich muss irgendwie meine Ressourcen wieder auffüllen oder auftanken. Und dieser Schritt, den Schritt zu machen, gab es da etwas, was dir dabei geholfen hat, es zu tun? Oder hast du da irgendwo so einen Tipp, wie du das gemacht hast ganz konkret?

IMKE: Ja, ganz konkret, habe ich eigentlich immer versucht, von Tag zu Tag zu denken. Das bedeutet, dass ich wirklich auch vielleicht von Moment zu Moment, wenn ich merke, mir geht es da gerade nicht gut, das ist wieder das Thema mit der bewussten Wahrnehmung, sich selbst wieder ein bisschen in den Fokus rücken und zu sagen: Mensch, wie geht es mir eigentlich gerade? Immer wieder am Tag so einen kleinen Kurzcheck durchzuführen: Geht es mir gut? Geht es mir nicht gut? Gucke ich in den Spiegel: Mensch, sind wir beide heute Freundinnen? Oder geht es uns heute nicht so gut und wir lassen uns mal lieber ein bisschen in Ruhe. Dass man sich immer wieder nochmal kurz selber fragt: Mensch, ist alles gut? Ist die Situation für mich noch okay? Oder was muss ich machen, damit es mir auch gutgeht in der Situation. Das finde ich schon wichtig, und dass man dann auch jeden Tag wieder aufs Neue es probiert. Jeden Tag ein bisschen besser, das sollte der Anspruch vielleicht dann sein. Man kann nicht die Welt von jetzt auf gleich verändern und man kann sein Bewusstsein nicht von jetzt auf gleich verändern, aber man kann es versuchen, jeden Tag ein bisschen besser zu machen.

PETER: Also einfach in kleinen Schritten praktisch die Veränderung herbeiführen. Wie ist das, wenn man Kinder hat, wird man immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt und kommt selber auch an seine eigenen Grenzen, und daraus können sich auch neue Fähigkeiten entwickeln oder auch neue Stärken. Wie war das bei dir? Welche Fähigkeiten konntest du durch deine Kinder entwickeln oder neu entdecken?

IMKE: Dass ich doch eigentlich stärker bin als ich immer gedacht habe. Oft denkt man so: Ach Gott, ich schaffe das alles gar nicht und manchmal hat man auch das Gefühl, durch diese ganzen Aufgaben wird man so ein bisschen unter diesem Volumen begraben, was man so alles zu leisten hat. Und manchmal muss man auch mal sich selbst loben und sagen: Mensch, ich habe heute ganz schön was geschafft. Da kann ich mir auch ruhig mal auf die Schulter klopfen, und das ist vollkommen in Ordnung. Man kann sich auch, finde ich, selber einfach mal loben, weil wie gesagt, es ist einfach ein großes Programm, was man macht, um die Kinder von A nach B zu bekommen, und wenn man dann auch noch ein positives Feedback vielleicht auch von den Kindern bekommt, dass Dinge besonders gut gelaufen sind, oder dass einem jetzt die Mami-Zeit, die man vielleicht als Kind mit der Mutter gerade mal alleine hat, besonders gut gefällt. Das ist für mich schon wie so eine Art Wertschätzung, wo ich sage: Wow, ich habe das richtig gemacht und ich fühle mich gut. Wir Mütter brauchen ja auch ganz oft eine Bestätigung, dass wir Dinge auch mehr richtig machen als falsch, um einfach auf diesem Weg, den wir meinen jetzt, dass das der Richtige ist, auch bleiben können, weil wir doch gerne verunsichert sind, weil wir das Mami-Sein einfach nirgendwo gelernt haben.

PETER: Ja, genau. Man wird da einfach so ins kalte Wasser geschmissen, das ist so. Auch als Vater, nicht nur als Mutter.

IMKE: Das stimmt. Das stimmt, das wollte ich da jetzt nicht außen vor lassen. Man fühlt sich dann einfach toll und durch meinen Beruf, den ich da jetzt eingeschlagen habe, dieses Zehn-Wochen-Programm hauptsächlich für Mütter, um sie da tatsächlich auch fit für ihre im wahrsten Sinne des Wortes Herausforderung zu machen, war ich dann auch so glücklich, dass ich da eine ganz tolle Situation hatte, wo meine Tochter dann im Kindergarten zu ihrer Kindergärtnerin gegangen ist und gesagt hat: “Weißt du was, meine Mami, die ist so stark, die haut dich um.” Und dann (unv.) die Kindergärtnerin sie an und sagte: “Wieso das denn? Meine Mami macht jetzt Sport und die ist ganz stark.” Und da geht mir natürlich als Mutter das Herz auf, wo ich auch sage: Schön, toll, dass meine Kinder sich so darüber freuen, und dass sie mich auch als so stark und so groß und so bewundernd einschätzen, und da habe ich dann nur gedacht: Das ist das größte Geschenk, was meine Kinder mir geben können, diese Wertschätzung, so geliebt zu werden.

PETER: Schön. Was mich noch interessiert, jetzt habt ihr drei Kinder und wie du gesagt hast, ihr tut euch auch praktisch im Job und in der Kindererziehung ergänzen, was macht ihr, wenn so verschiedene Situationen kommen, wo ihr nicht die gleiche Ansicht habt im Thema Beziehung? Oder wo der eine, wo zum Beispiel dein Mann etwas macht, womit du überhaupt nicht einverstanden bist?

IMKE: Dann setzen wir uns eigentlich, pragmatisch eigentlich zusammen und wir reden kurz darüber, gucken, dass wir konstruktiv miteinander reden, dass wir dann sagen: Mensch, ich habe die Situation jetzt gerade als unglücklich empfunden. Ich habe mir gewünscht, wir machen das vielleicht auf die Art und Weise. Wie siehst du das? Wie können wir da gemeinsam weitermachen, damit wir wieder Hand in Hand die Situation da geregelt bekommen, ohne dass das Kind sich jetzt verwirrt fühlt, wie es jetzt reagieren soll, sondern dass man da eine ganz klare Ansage von Seiten der Eltern bekommt, dass das Kind wieder weiß: So ist mein Korridor und so kann ich jetzt laufen. Da finde ich konstruktive Kritik, dass man da einfach in Ruhe darüber redet auch ganz besonders wichtig, und ohne jetzt den anderen zu beleidigen oder zu beschimpfen oder ihm das Gefühl zu geben: Er hat jetzt alles falsch gemacht, sondern vielleicht er hat bei sich zu bleiben in der Neutralität zu bleiben und zu sagen: Mensch, ich habe die Situation als so und so empfunden. Wie wäre es, ich würde das so und so vorschlagen? Was meinst du? Wie kriegen wir da einen gemeinsamen Weg hin? Und ich denke, dann sollte der andere Partner auch dem gegenüber offen sein und sagen: Mensch, so habe ich das vielleicht gar nicht gesehen. Lass uns das so und so ausprobieren. Ich denke, dann ist auch eine offenere Kommunikation möglich, als wenn man mit Vorwürfen den anderen konfrontiert.

PETER: Also verstehe ich das richtig, dass praktisch wenn jetzt so eine Situation ist und dein Mann macht etwas, was auch immer, mit den Kindern, wo dir nicht so gefällt. Dann lässt du es erstmal machen und sprichst es hinterher an? Habe ich das so richtig verstanden?

IMKE: Ja. Ansonsten würde ich es sehr schwierig finden, dem anderen so in die Parade zu fahren. Das ist auch, denke ich, für die Kinder auch nicht sehr gut, wenn das vor den Kindern ist, auch nicht sehr gut, weil dann wird die Position des anderen Elternteils irgendwo ja auch geschmälert und geschwächt, und dann heißt es nachher vielleicht: Nein, der Papa hat eh nichts zu sagen, weil so wie Mami sagt, ist das eigentlich richtig. Und das finde ich für den Partner dann auch unfair.

PETER: Ja, genau. Okay. Eine weitere Frage, die mir so noch auf dem Herzen liegt, ist Folgendes: Wenn man Eltern wird, noch bevor das Kind überhaupt auf die Welt kommt, informiert man sich über alles Mögliche, man besucht auch eventuell irgendwelche Kurse. Und auch wenn das Kind da ist, man wird dann mit neuen Situationen konfrontiert und auch da informiert man sich sehr oft. Gab es da ein Buch oder ein Hörbuch oder irgendwas, was dir geholfen hat, sich so zu orientieren in dieser neuen Rolle?

IMKE: Natürlich holt man sich das ein oder andere Buch, wo man sagt: Mensch, da hole ich mir jetzt ein paar Tipps her. Konkret kann ich jetzt überhaupt gar keinen Buchtitel nennen, was ich aber besonders wichtig fand, ich habe überall mal so ein bisschen gestöbert und habe mir eigentlich aus meiner Sicht so die Rosinchen rausgesucht: Was könnte ich für mich gebrauchen? Was könnte für mich funktionieren? Wo sind schöne Beispiele, wo ich mir gerne was abgucken möchte, weil mir das besonders gefallen hat? Ich glaube, es gibt keine Non-Plus-Ultra-Lösung und auch kein Buch, wo alles drin steht. Ich glaube, wenn man so ein bisschen offen ist und man ein bisschen nach links und rechts schaut, und dann für sich überlegt: Kommt das für mich in Frage? Finde ich das gut oder finde ich das nicht gut? Könnte ich mir das bei mir vorstellen? Ich glaube, dann ist man schon sehr gut aufgestellt. Man sollte sich nicht zu sehr verrückt machen. Gerade weil man diese Elternrolle natürlich nicht gelernt hat, vielleicht sollte man da auch einfach die Dinge auf sich zukommen lassen und auch wieder auf sein Bauchgefühl hören, weil das ist das, was natürlich gern im Alltag auch mal untergeht, dass man dann sich selbst gar nicht mehr sieht und hört und auch auf sein Bauchgefühl nicht mehr hört. Vielleicht sollte man dann auch gerne einfach mal, die Dinge ein bisschen laufen lassen und intuitiv weiß man dann eigentlich schon: Ist das jetzt richtig oder ist das nicht richtig?

PETER: Gab es bei euch eine Situation, wo, sage ich jetzt mal, vielleicht ein bisschen aus dem Rahmen gefallen ist, wo ihr euch gefragt habt: Oh, mein Gott, ist das bei anderen auch so, das was wir da gerade erleben?

IMKE: Ja, natürlich haben wir auch solche Situationen gehabt, und ich habe zum Beispiel: Mein Sohn ist zum Beispiel ein sehr lebhafter Junge, der ganz klar seine Meinung hat und sich auch mit seinem Charakter immer wieder präsentiert, wo man auch sagt: Mhm, ist das noch normal oder ist das nicht normal? Wurde dann gerne auch mal in falsche Schubladen geschoben, wo ich mich als Mutter sehr dagegen gewehrt habe, aber trotzdem man doch unsicher ist und sagt: Hoppla, ist das vielleicht doch nicht mehr ganz normal? Oder ist das noch im normalen Bereich? Man stellt sich diese Fragen und sagt dann: Mhm? Wie löst man das jetzt? Aber auch da, wenn man sich nochmal genau reflektiert, und da auch die Ruhe bewahrt und sich nicht so schnell ins Bockshorn jagen lässt, und da wieder sagt: Mensch, ich lasse es jetzt einfach mal in Ruhe laufen und gucke mir dann vielleicht bei anderen, wenn ich auf dem Spielplatz stehe, vielleicht gucke ich da nochmal nach links und rechts und immer wieder stelle ich dann fest, und bin ganz beruhigt, dass es bei anderen ganz genau ist.

PETER: Genau. Die Erfahrung mache ich selber immer wieder. Auch wenn unsere Kinder schon ein bisschen größer sind. Genau. Wir sind schon fast bei dreißig Minuten und deswegen würde ich dir gerne noch die letzte Frage stellen? Gibt es etwas, was du von deinen Kindern gelernt hast?

IMKE: Ja, Teenager würden sagen: Chill doch einfach mal. Ja, ich habe eigentlich gelernt und da übe ich mich jeden Tag aufs Neue, auch einfach mal mehr durch die Kinderbrille zu gucken. Wir Erwachsenen haben einen ganz anderen Blickwinkel natürlich. Einfach mal locker lassen, einfach mal laufen lassen. Die Kinder wissen schon selbst, was sie machen. Ihnen auch das Vertrauen schenken, dass sie Dinge natürlich meistern können. Ich, gerade als Mutter, versuche, dass natürlich alles seinen geregelten Lauf hat, aber manchmal ertappt man sich ja dann doch dabei, dass man sagt: Man möchte gerne, dass die Kinder auf der Sonnenseite des Lebens laufen, und doch ein bisschen behüteter sind und Negatives möglichst fernhalten. Aber wenn man dann einfach mal loslässt und vielleicht den Kindern dann sagt: Leg los, werde groß und das meisterst du schon und ich habe Vertrauen in dich, dass du das kannst. Das ist für mich ein Prozess, wo ich sage: Da muss, da könnte ich noch ein bisschen locker lassen und in Teenagersprache mich einfach mal chillen und sagen: Die können das, die Kinder. Die sind großartig.

PETER: Genau. Das stimmt. Das erlebe ich auch immer wieder, dieses “im Jetzt sein” oder? Also einfach den Augenblick erleben.

IMKE: Ja, genau. Und auch einfach nicht panisch sein und auch nicht in Hektik verfallen, sondern einfach den Moment genießen und sagen: Hey, die Kinder sind groß. Die meistern das. Man muss nicht immer bei jedem Schritt dahinter stehen, vielleicht drei Schritte dahinter reichen auch, dass man sie zur Not als Sicherheit auffangen kann, aber nicht direkt dahinter. Sie müssen ihre Erfahrung machen, und wenn man lernt, immer jeden Tag ein Stückchen mehr loszulassen und aber nicht aus der Reichweit zu sein, ich glaube, da kann man den Kindern die bestmöglichste Unterstützung geben, was mir natürlich als Mutter, wenn so eine Herzblutmutter ist, wie ich das bin, nicht immer leicht fällt.

PETER: Genau. Ja, ich habe jetzt noch eine letzte Frage, das ist, glaube ich, so eher eine persönliche Frage, die mir schon seit dreißig Minuten durch den Kopf geht, und zwar: Dieser Name Imke, wo kommt das her? Was bedeutet das?

IMKE: Imke, ist eigentlich ein skandinavisch, sehr nordischer Name, und meine Mutter fand diesen Namen damals einfach unheimlich toll. Ich habe noch nicht wirklich hinterfragt, woher sie jetzt diesen Namen hatte, aber ich weiß, er ist noch weiter im Norden, in Norwegen, Schweden, Finnland, da doch verbreiteter als in Norddeutschland. Wie gesagt, meine Mutter fand diesen Namen unheimlich schön und sagte: Wenn ich eine Tochter bekomme, dann soll sie Imke heißen. Tja, und da bin ich nun.

PETER: Ja, das ist ein ganz, ganz ausgefallener Name. Also ich hätte ihn jetzt eher mit einer Biene in Verbindung verbracht, weil Imke, Imker. Aber das war jetzt nur meine Assoziation. Ja, auf jeden Fall, Imke, ich möchte mich bei dir bedanken, dass du dir Zeit genommen hast, uns deine Erfahrungen aus deinem Familienleben mit uns zu teilen, und du bist so ein ganz, ganz gutes Beispiel, wo es zeigt, wie man aus einer Not eigentlich eine Tugend machen kann, wo du praktisch aus der Situation als Mama dann praktisch einen ganz anderen Dreh rausgefunden hast, und daraus sogar einen Beruf gemacht hast zum Schluss.

IMKE: Ja, vielen, vielen Dank.

PETER: Genau. Ich werde alle Informationen über dich, wenn man mit dir in Kontakt treten möchte, natürlich in den Journals verlinken und wünsche dir alles, alles Liebe nach Bad Zwischenahn.

IMKE: Vielen, vielen Dank.

PETER: Okay. Ciao.

IMKE: Vielen Dank für das schöne Gespräch und das Interview und einen schönen Tag.

PETER: Danke. Ciao.

IMKE: Tschüss.